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"Die Chronik der Dämonenfürsten: Teil 7 - Das Buch von Leben und Tod" von Monika Grasl
"Die Chronik der Dämonenfürsten: Teil 7 - Das Buch von Leben und Tod" von Monika Grasl
Wenn die Dämonenfürsten die Welt beherrschen ...
Teil 7 der Heptalogie "Die Chronik der Dämonenfürsten" von Monika Grasl.
Die jüngsten Ereignisse haben einen Umstand in den Hintergrund gedrängt: die anstehende Zeremonie von Chris und Decarabia. Doch nun lenkt sich der Fokus des Erzengels Uriel auf genau diese Verbindung. Er gräbt in Chris’ Vergangenheit und bringt dabei Wahrheiten ans Licht, die besser unerzählt geblieben wären, und er taucht mit einer Gestalt auf, von der eine ungeahnte Gefahr ausgeht.
Auch Gabriel muss sich mit einem entscheidenden Fehler, den er einst begangen hat, auseinandersetzen.
Nun holen sowohl den ehemaligen Erzengel als auch Chris ihre Vergangenheit ein. Wird die Beziehung zu Decarabia an diesen neuen Wahrheiten zerbrechen? Und inwiefern spielt Gabriels Fehler dabei eine Rolle?
In diesem finalen Band der Reihe rund um die Dämonenfürsten werden die letzten offenen Fragen geklärt.
Die Heptalogie besteht aus Teil 1 "Die Engel des Todes", Teil 2 "Die Herrschaft der Dämonenfürsten", Teil 3 "Der Krieg der Cherubim", Teil 4 "Mit himmlischem Beistand in die Hölle", Teil 5 "Der siebte Thron", Teil 6 "Die Regenten der Hölle" und Teil 7 "Das Buch von Leben und Tod".
Taschenbuch
ISBN:
978-3-98528-044-5
352 Seiten, Preis: 17,00 €
E-Book (nicht hier im Shop erhältlich)
ISBN: 978-3-98528-045-2
Preis: 5,99 €
Teil 7 der Heptalogie "Die Chronik der Dämonenfürsten" von Monika Grasl.
Die jüngsten Ereignisse haben einen Umstand in den Hintergrund gedrängt: die anstehende Zeremonie von Chris und Decarabia. Doch nun lenkt sich der Fokus des Erzengels Uriel auf genau diese Verbindung. Er gräbt in Chris’ Vergangenheit und bringt dabei Wahrheiten ans Licht, die besser unerzählt geblieben wären, und er taucht mit einer Gestalt auf, von der eine ungeahnte Gefahr ausgeht.
Auch Gabriel muss sich mit einem entscheidenden Fehler, den er einst begangen hat, auseinandersetzen.
Nun holen sowohl den ehemaligen Erzengel als auch Chris ihre Vergangenheit ein. Wird die Beziehung zu Decarabia an diesen neuen Wahrheiten zerbrechen? Und inwiefern spielt Gabriels Fehler dabei eine Rolle?
In diesem finalen Band der Reihe rund um die Dämonenfürsten werden die letzten offenen Fragen geklärt.
Die Heptalogie besteht aus Teil 1 "Die Engel des Todes", Teil 2 "Die Herrschaft der Dämonenfürsten", Teil 3 "Der Krieg der Cherubim", Teil 4 "Mit himmlischem Beistand in die Hölle", Teil 5 "Der siebte Thron", Teil 6 "Die Regenten der Hölle" und Teil 7 "Das Buch von Leben und Tod".
Taschenbuch
ISBN:
978-3-98528-044-5
352 Seiten, Preis: 17,00 €
E-Book (nicht hier im Shop erhältlich)
ISBN: 978-3-98528-045-2
Preis: 5,99 €
Leseprobe
»Die Chronik der Dämonenfürsten – Teil 7: Das Buch von Leben und Tod«
von Monika Grasl
»Die Chronik der Dämonenfürsten – Teil 7: Das Buch von Leben und Tod«
von Monika Grasl
(S.15 – 17)
…Uriel warf alles beiseite und langte nach dem nächsten Schreiben. Es war eine unbedeutende Rolle. Doch als er sie auseinanderzog, strahlten seine braunen Augen. Da waren sie, die Namen. Eine ganze Familie von Selbstmördern und Verrätern. Der schlimmste Abschaum der Welt.
Soweit er unterrichtet war, gab es für jene, die ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt hatten, ein eigenes Symbol: eine Triskele.
Uriel fuhr mit dem Finger Zeile um Zeile entlang. Der Stammbaum war nicht klein. Namen über Namen. Manche davon mehrfach genutzt. Andere so selten, dass die Abstammung kaum belegt werden konnte. Dabei benötigte Uriel eine gesicherte Verbindung. Eine, die nicht infrage zu stellen wäre.
Und tatsächlich.
Da stand er. Am Ende der Rolle. Gerade ausreichend Platz, um noch vermerkt worden zu sein, und daneben ganz eindeutig das gewünschte Symbol.
Allerdings hatte es wenig mit den ruhigen Handstrichen Gabriels gemein. Anscheinend war es von einem anderen Engel hinzugefügt worden. Um wen es sich dabei handelte, konnte sich Uriel denken: Azrael. Kaum einer wusste so gut über die Lebenden und Toten Bescheid. Kein Wunder, immerhin verwaltete der Todesengel das Buch von Leben und Tod.
»Sieh einer an.«
Er nahm die Rolle an sich. Doch dazu, aufzustehen und den Raum zu verlassen, konnte sich Uriel nicht überwinden. Er blieb sitzen. Sein Blick war auf den Lichtschein gerichtet, der durch das Fenster hereinfiel. Er sah dabei zu, wie die Sonne ihrem Zenit entgegensteuerte und diesen letztlich verließ.
Hier hatte er ihn erlebt. Seinen ersten Kuss. Wie ungeschickt er dabei gewesen war. Gabriel hatte lediglich gelächelt. Vermutlich eine einstudierte Geste. Aber sie hatte ihn beruhigt. Sogar als der Erzengel ihn später auf das Bett gedrückt hatte. In die weichen Kissen. Die Stunden würde er nie aus seinem Verstand streichen können.
Das Licht im Raum begann sich von golden zu rötlich zu bewegen. Dies war der Moment, in dem er aufstand. Seine Finger fuhren noch einmal über das Holz des Tisches. Dann verweilten sie auf der Bettdecke, an der er Gabriels Duft wahrnehmen konnte. Nicht mehr so intensiv wie früher, aber doch.
Er riss sich von dem Zimmer los. Seine Schritte hallten im Stillen des Kremlpalastes nach, bis er die Tore passierte und sich zu dem Gebäude umdrehte. Angespannt leckte er sich über die Lippen.
Würden seine Fähigkeiten bereits ausreichen?
Gleich würde er es wissen.
Es war besser, sich hier – abgeschieden von den Cherubs und Gott – zu blamieren als später vor aller Augen.
Seine Lider senkten sich. Er stellte es sich vor. Die Hitze eines Sommertages. Vor sich konnte er die Strahlen ausmachen, die durch die Fenster auf das trockene Holz der Vertäfelungen trafen. Die Funken, die dadurch entstanden. Wie sie sich sachte durch den Palast arbeiteten …
Ein Knistern ließ ihn erschrocken zusammenfahren. Hastig sah er zum Kremlpalast. Er konnte nicht anders, als zu lachen. Der Laut schmerzte in den Ohren und doch konnte er nicht aufhören.
Gabriels einstiger Wohnsitz stand in Flammen. Wegen eines Gedankens. Seinetwegen. Der neuen rechten Hand Gottes. Was war das für ein Gefühl. Kein Wunder, dass Gabriel immer auf seine Fähigkeiten stolz gewesen war. Jetzt begriff es Uriel. Das hier war wahre Macht. Eine, die er nie mehr hergeben würde.
Nach fünf Herzschlägen wandte Uriel sich von dem Anblick ab. Es gab noch einiges zu tun, um seine Position sowohl unter den Menschen als auch unter den Dämonenfürsten zu sichern. Da er diese schwerlich vernichten konnte, wollte er sie zu alten Handlungen zwingen. Zu solchen, die einen baldigen Krieg auf der Erde ermöglichten, und nach dem sich die Dämonenfürsten hoffentlich zurück in die Hölle scherten.
(S.19 – 26)
Der Gast war mehr als unerwartet. Allzu oft verirrte sich ein Mensch nicht hierher, besonders keine Frau. Erst recht keine bewaffnete. Wobei der Bogen locker in der Hand lag. Das kupferrote Haar gereichte gerade bis zum Kinn und die grünen Augen strahlten sowohl Neugierde als auch Untergebenheit aus.
»Haben wir eine neue Kriegerin, von der du mir nichts gesagt hast?«, fragte er Decarabia leise.
»Nein. Ich dachte, die sei auf deinem Mist gewachsen«, antwortete der leise.
Verwundert sah Chris über seine Schulter. Sein Freund schenkte ihm ein mildes Lächeln. Über die Bemerkung würden sie sich später unterhalten. Jetzt galt es erst mal, zu klären, um wen es sich bei der Besucherin handelte.
»Kann man irgendwie behilflich sein?«, brach Chris als Erstes das Schweigen. Zugleich versuchte er, sich aus dem Klammergriff zu befreien. Aber Decarabia machte keine Anstalten, ihn loszulassen. Ganz zu schweigen davon, den Dolch von seiner Kehle zu entfernen.
»Ich hoffe es«, erwiderte die Besucherin. »Mir wurde gesagt, dass ich Marquis Decarabia und seinen Gefährten hier antreffen würde. Allerdings hat man mir verschwiegen, dass ich gerade störe. Nur zu, Ihr wolltet soeben einen Schlag gegen den Oberarm ausführen, nehme ich an. Euch sollte allerdings klar sein, dass Ihr damit Eure rechte Seite ungeschützt lasst. In einem richtigen Kampf würde Euch dies das Leben kosten.«
Chris war kein Idiot. Er hatte nicht vorgehabt …
Allerdings, wenn er recht darüber nachdachte, stimmte es. Er hatte tatsächlich auf Decarabias Arm gezielt. Wer war diese Frau?
»Darf man erfahren, wer sich hier gerade anmaßt, meinem Gefährten Unterricht im Schwertkampf zu erteilen?«, murrte Decarabia.
Durch die kleine Frau ging ein kurzer Ruck, als sie den Rücken durchstreckte. Dabei erhaschte Chris einen Blick auf das Amulett, das sie um den Hals trug. Es zeigte einen silbernen Drachen, der von einer Schlange umwunden war. Irgendwoher kannte er das Stück, aber gerade konnte Chris es nicht zuordnen.
Die Frau schob das Kinn nach vorne und nickte abgehackt. »Verzeiht, Marquis, ich hätte mich vorstellen sollen. Mein Name ist Jingle. Ich wurde von König Asmodai ausgeschickt, der Zeremonie zwischen Euch und Eurem Gefährten beizuwohnen. Er übermittelt Euch seine besten Grüße. Zudem bedauert er es, nicht persönlich anwesend sein zu können, doch Mount Pulog bedarf seiner Gegenwart. Die von Satan vernichteten Dörfer müssen neu aufgebaut werden.«
Wenigstens ließ Decarabia endlich das Stilett sinken. Frei gab er Chris jedoch nicht. Um ehrlich zu sein, wusste er gar nicht mehr, wann sie sich – seit der verdammten Planung für die Feier – zum letzten Mal so nahe gewesen waren. Wochen, mit Sicherheit, wenn nicht sogar länger.
»Und Asmodai schickt mir deshalb einen Menschen, ja?«
In Chris’ Ohren klang es abfällig. Er wusste, dass Decarabia nichts gegen die Frau und die Bevölkerung persönlich hatte. Er vergriff sich nur zumeist im Ton, und diesen Umstand machte er seinem Freund deutlich, indem er ihm einen Ellbogen in den Magen stieß. Das hatte zur Folge, dass Decarabia ihn losließ. So viel zur trauten Zweisamkeit. Die hätte sich womöglich eingestellt, wenn Jingle nicht aufgetaucht wäre.
»Was der werte Marquis eigentlich sagen wollte, war, welchen Rang Ihr bekleidet, Jingle«, warf Chris ein.
»Wollte ich nicht.«
Chris drehte sich um und stierte Decarabia an, während er entgegnete: »Wolltest du sehr wohl.«
»Nein, ich wollte wissen, was sich der Kerl einbildet, mir eine Frau zu schicken. Eine, die noch dazu glaubt, mehr Ahnung vom Schwertkampf zu haben als ich. Glaubt die, ich würde dich umbringen? Du machst das mit der Seite übrigens nicht zum ersten Mal. Ich habe …«
Ein helles Lachen unterbrach Decarabia. Chris drehte sich zu der Frau um.
Diese winkte entschuldigend und sagte: »Verzeiht, Marquis. Ich wurde bereits von Eurer impulsiven Art unterrichtet. Mein Rang unter König Asmodai ist, seine Heerführerin zu sein.«
»Eine Frau ist bei Asmodai Heerführerin?«, wunderte sich Chris.
»Wollt Ihr mir etwas damit zu verstehen geben, Mensch?«
Die bis jetzt so samtene Stimme nahm einen herrischen Tonfall an. Chris kannte den nur zu gut, obwohl es Jahrzehnte zurücklag, dass er ihn vernommen hatte. Selbst Decarabia schreckte unverhofft zusammen. Wenigstens konnte er jetzt sicher sein, dass er sich das nicht einbildete.
»Nein, Jingle«, erklärte Chris schnell. »Es kommt jedoch äußerst selten vor, dass einem Menschen ein derartiges Vertrauen entgegengebracht wird. Mehr wollte ich nicht sagen. Ich wollte weder Euch beleidigen noch König Asmodais Entscheidung hinterfragen.«
Warum fühlte er sich gerade, als müsste er sich bei seiner toten Mutter für sein Leben entschuldigen? Schlimmer noch. Als müsste er sich vor Perla rechtfertigen.
Das hübsche Gesicht verzog sich zu einer unwilligen Grimasse. Eines war unverkennbar: Die Frauen dieser Zeit waren nicht mehr wie früher. Sie waren härter, erfahrener und bei Weitem nicht darauf aus, sich von einem Kerl sagen zu lassen, was man von ihnen erwartete. Jedenfalls war ihm seit Langem keine mehr über den Weg gelaufen, der Derartiges gefiel. Die Letzte, die sich von ihm zu irgendwas bewegen hatte lassen, war längst tot. Was Chris vor Augen führte, wie alt er mittlerweile war. Und dass er ebenfalls nicht mehr leben würde, wenn Decarabia nicht mit Azrael einen Pakt geschlossen hätte.
»Nun, Jingle«, begann er unbeholfen, »Ihr seid zu früh hier. Die Zeremonie findet erst in über einem Monat statt. Also …«
»Ich weiß. König Asmodai wies mich an, früher meine Zelte hier aufzuschlagen. Macht Euch keine Sorgen, ich bereite keine Schwierigkeiten. Ich suche mir einen Platz in einem der Parks und werde dort die Nächte …«
»Gewiss werdet Ihr nicht draußen schlafen«, unterbrach Decarabia sie entschieden. »Ich lasse meiner Stadt und mir nicht nachsagen, dass wir Gesandte seit Neuestem unter freiem Himmel schlafen lassen. Ihr kommt mit uns. Ich würde ohnehin behaupten, dass die heutige Übungsstunde zu meinen Gunsten ausgefallen ist.«
»Sicher nicht«, erwiderte Chris wütend.
»Und ob, chérie. Du warst abgelenkt und …«
»Du etwa nicht? Ich hatte dich beinahe.«
»Beinahe. Das ist der entscheidende Faktor. Also, Jingle …« Decarabia wandte sich erneut an die Besucherin. »… können wir gehen?«
Chris kam sich gerade zurückgestoßen vor. Er wusste, dass sein Freund das nicht absichtlich machte. In dem Punkt gewann lediglich die übliche arrogante Haltung die Oberhand. Jene, die verdeutlichen sollte, dass Decarabia der Regent von Wien war. Aber lange würde das ohnehin nicht mehr anhalten, das wusste Chris. Dennoch ging er mit einem leisen Murren hinter den beiden her.
Es war unterhaltsam, zu verfolgen, wie Jingle verwundert beobachtete, dass sie die Staatsoper verließen. Hatten die Dämonenfürsten ernsthaft angenommen, dass Decarabia hier seine Zelte aufschlagen würde? Der Ort war zum Wohnen gänzlich ungeeignet. Nein, stattdessen hatten sie sich auf die Hofburg geeinigt. Was auch den Vorteil bot, dass es zur Nationalbibliothek gerade mal ein Katzensprung war. Dort bewohnten sie die Amalienburg. Es war keineswegs zu vergleichen mit Schloss Schönbrunn. Doch selbiges hatte Beleth niedergebrannt. Danach hatte Decarabia seinen Herrschersitz in die Innenstadt von Wien verlagert. Oder vielmehr dessen, was davon noch übrig war. Denn der König hatte auf seinem Durchzug nach Rom eine Vielzahl der Gebäude vernichtet. Plünderungen waren ebenso an der Tagesordnung gewesen. Schon die Museen waren nicht mehr mit dem zu vergleichen, was Decarabia versucht hatte, zu erhalten. Die Kunstschätze waren Beleths Truppen auf dem Weg nach Rom abhandengekommen. Und obwohl sich Chris bemühte, die Dinge nach und nach zurückzubekommen, war es ein schwerwiegendes Unterfangen. Die Goldfiguren waren längst eingeschmolzen. Ein Teil der wertvollen Gemälde zerstört und die Bilderrahmen zu Brennholz verarbeitet. Kurz, Beleth hatte es geschafft, ein großes Stück Geschichte der Menschheit zu vernichten.
»Und wie geht es dem Herrscher? Ihr habt Seite an Seite mit ihm gekämpft, wurde berichtet«, riss Decarabias Stimme ihn aus seinen Gedanken.
Jingle strich eine der Haarsträhnen nach hinten, ehe sie erwiderte: »Luzifer ist ein fähiger Kämpfer. Er befindet sich in der Hölle, soweit ich unterrichtet bin. Ich muss jedoch gestehen, dass ich persönlich nicht an seiner Seite kämpfen durfte. Mir war der Platz nahe seiner rechten Hand zugeteilt. Und dieses Engels … Vincent, wenn ich mich recht entsinne.«
Chris schmunzelte sachte, als Decarabia ihm einen wissenden Blick zuwarf. Niemand kämpfte rein zufällig an der Seite von Prinz Seere – erst recht keine Frau.
»Hat Luzifer Euch diese Stellung zugewiesen?«, fragte Chris.
»In der Tat«, entgegnete die Frau, als sie sich zu ihm umdrehte.
»Aha.«
Er beließ es bei der Aussage. Jingle schien den Sinn dahinter nicht zu begreifen, aber das war nicht zwingend notwendig. Sie würde es irgendwann. Falls nicht, könnte man die Frau darauf stoßen. Wenn sie sich denn ließe, was Chris ernsthaft bezweifelte. Abgesehen davon, hatte er mit der Planung der anstehenden Zeremonie bereits genug um die Ohren.
»Kommt Ihr voran? Oder benötigt Ihr bei irgendetwas Hilfe? Ich habe zwar wenig Ahnung von solcherlei Dingen, doch ich bin mir sicher, wenn es sein müsste, könnten diese Hände sogar Blumenkränze flechten. Wobei ich es nicht hoffe«, sagte Jingle ihrerseits.
»Nein, danke.«
Der erstaunte Blick aus Decarabias Augen entging ihm nicht. Aber Chris hatte sich geschworen, von keinem Hilfe dabei anzunehmen. Es war seine Feierlichkeit. In Wien wurde einem durch die Unmengen an Dienern und Dämonen ohnehin jeder Handgriff abgenommen. Erst recht, seit die Truppen zurückgekehrt waren. Siegreich. Aus einer Schlacht, die sie gar nichts angegangen wäre. Doch manche Dinge ließen sich eben nicht ändern. Somit war Chris froh, dass er die anstehende Feier selbst planen konnte. In dem Punkt ließ er sich weder von den Dämonen noch von den Bediensteten dreinreden und von Decarabia und dessen verrückten Einfällen erst recht nicht. Einer davon hatte darin bestanden, eine Torte in Form von Leichenteilen anfertigen zu lassen. Er hatte den Auftrag schließlich in eine goldene und eine silberschwarze Schwinge umändern lassen. Gelegentlich besaß Decarabia einen beschissenen Geschmack. Aber da musste man drüberstehen. Ansonsten wäre permanenter Streit vorprogrammiert.
»Wie Ihr wünscht. Falls doch …«
»Ihr seid Gast, Jingle. Die Aufgabe eines Gastes ist es, sich wohlzufühlen.«
Seine Stimme klang eine Spur zu scharf. Das machte der Blick aus den grünen Augen deutlich.
Jingle schien es nicht zu passen, wie er mit ihr sprach. Aber das interessierte ihn wenig. Er brauchte nicht noch mehr Vorschläge von anderer Seite. Decarabia und dessen Einfälle genügten ihm.
»Wir werden eine Beschäftigung für Euch finden, Jingle«, schob er ruhiger hinterher.
»Reagan könnte sie ja herumführen«, gab Decarabia unverhofft von sich.
An die Möglichkeit hatte Chris noch gar nicht gedacht. Es behagte ihm aber auch nicht. Der Heerführer würde sich gewiss über ihre Gegenwart freuen. So sehr, dass er Jingle auf der Stelle den Kopf abschlüge und ihren toten Körper auspeitschte. War Decarabia darauf aus, die Frau loszuwerden? Wenn ja, könnte er sich durchaus etwas weniger Auffälliges einfallen lassen.
»Hältst du das für eine gute Idee?«, wollte er deshalb wissen.
»Aber sicher«, antwortete sein Freund überzeugt. »Reagan hat es doch gerne, wenn man ihn berichtigt. Besonders, was die Truppen angeht. Davon ist er bei seinen Vorgesetzten schon ganz begeistert.«
Der abfällige Tonfall war kaum zu überhören. Chris musste sich auf die Zunge beißen, um nicht loszulachen. Reagan war stets angepisst, wenn Decarabia bei ihm auftauchte. Zumeist geschah dies, wenn ein neues Dekret bei den Legionen durchgeführt werden musste. Deshalb übernahm Chris immer häufiger diese Arbeiten. Es minderte den Ärger und den Streit, der damit entstand. Ansonsten gingen sich Reagan und Decarabia irgendwann sicher noch an die Kehle.
»Ja und wie. Erinnerst du dich an den Letzten, der das gewagt hat?«
»Mir ist sein Name entfallen.«
Chris schüttelte ungläubig den Kopf, als er an Jingle gewandt erwiderte: »Haltet Euch besser von Reagan fern. Er ist …«
»Ich verspüre keine Angst. Vor niemandem.«
Chris hob die Augenbrauen. »Schön. Ich lass dann auf Euren Grabstein schreiben: ›Hier liegt die Idiotin, die sich gegen Reagan – den Heerführer des Marquis Decarabia – stellte.‹ Wird mit Sicherheit gut aussehen auf grauem Granit.«
Jingle zuckte unbeeindruckt mit den Schultern. »Eventuell braucht Ihr den Grabstein für diesen Reagan – und einen neuen Heerführer.
...
© Monika Grasl und Shadodex – Verlag der Schatten
»Die Chronik der Dämonenfürsten – Teil 7
Das Buch von Leben und Tod«
von Monika Grasl
ISBN (Taschenbuch):
978-3-98528-044-5
352 Seiten, Preis: 17,00 €
ISBN (epub): 978-3-98528-045-2
Preis: 4,99 €
»Die Chronik der Dämonenfürsten – Teil 7
Das Buch von Leben und Tod«
von Monika Grasl
ISBN (Taschenbuch):
978-3-98528-044-5
352 Seiten, Preis: 17,00 €
ISBN (epub): 978-3-98528-045-2
Preis: 4,99 €
Angaben zur Produktsicherheit:
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
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