Wenn einst das Licht zu Dunkel wird.
Er ist ein Wächter.
Er schützt die Menschen vor den Dämonen.
Und doch muss er die Seiten wechseln, um Gerechtigkeit zu üben.
Seit seinem vierten Lebensjahr wurde Andrarg zum Wächter ausgebildet, um die Menschen vor den Dämonen zu schützen. Doch als seine Schwester ermordet wird, bricht seine Welt zusammen, denn die Wächter verweigern ihm, den Mörder seiner gerechten Strafe zuzuführen. Um trotzdem Rache nehmen zu können, beschließt er, den Wächtern den Rücken zu kehren und sich den Dämonen anzuschließen, deren dunkle Magie stärker scheint als die lichte der Wächter. Dafür muss er aber das Licht des Wächters in sich töten. Doch nur eine grausame Tat kann dies bewirken. Andrarg ahnt nicht, dass er damit zur Hauptfigur und zum Spielball einer düsteren Prophezeiung wird, die ihn über seine Grenzen treibt.
Taschenbuch
ISBN: 978-3-98528-055-1
316 Seiten, Preis: 16,00 €
E-Book (nicht hier im Shop erhältlich)
ISBN: 978-3-98528-056-8 (epub)
Preis: 5,99 €
Er ist ein Wächter.
Er schützt die Menschen vor den Dämonen.
Und doch muss er die Seiten wechseln, um Gerechtigkeit zu üben.
Seit seinem vierten Lebensjahr wurde Andrarg zum Wächter ausgebildet, um die Menschen vor den Dämonen zu schützen. Doch als seine Schwester ermordet wird, bricht seine Welt zusammen, denn die Wächter verweigern ihm, den Mörder seiner gerechten Strafe zuzuführen. Um trotzdem Rache nehmen zu können, beschließt er, den Wächtern den Rücken zu kehren und sich den Dämonen anzuschließen, deren dunkle Magie stärker scheint als die lichte der Wächter. Dafür muss er aber das Licht des Wächters in sich töten. Doch nur eine grausame Tat kann dies bewirken. Andrarg ahnt nicht, dass er damit zur Hauptfigur und zum Spielball einer düsteren Prophezeiung wird, die ihn über seine Grenzen treibt.
Taschenbuch
ISBN: 978-3-98528-055-1
316 Seiten, Preis: 16,00 €
E-Book (nicht hier im Shop erhältlich)
ISBN: 978-3-98528-056-8 (epub)
Preis: 5,99 €
Leseprobe
„Andrargs Schriften
Teil 1 – Die Prophezeiung“
von Eva von Kalm
(S. 24 - 29)
„Andrargs Schriften
Teil 1 – Die Prophezeiung“
von Eva von Kalm
(S. 24 - 29)
…
Wege in die Unterwelt gibt es zahlreiche, und obwohl die Menschen sie nicht sehen können, fangen sie genau vor ihrer Nase an. Doch nur mit Magie kann man sie finden und durchqueren. Ich war einige Male in der Unterwelt gewesen, um Krasos zu jagen oder auszuspionieren. Es war eine vollkommen andere Welt, die sich ganz anders anfühlte, als unter Menschen zu sein. Nicht nur, weil alles anders aussah, sondern weil die Unterwelt anders lebendig war. Ich konnte das Gefühl nicht besser greifen. Es war wie eine Saite, die in mir klang, aber deren Ton ich nicht hören konnte, nur fühlen. Bisher hatten mich meine Aufträge als Wächter hierhergeführt. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich aus vollkommen anderen Gründen die Unterwelt betreten würde. Doch hier stand ich und folgte dem Helras, als die Erde sich öffnete und uns verschluckte.
Er brachte mich durch die Finsternis zu seinem Meister und ich verzichtete auf meinen Schild. Für den Weg, den ich beschritt, brauchte und wollte ich kein Licht. Es war ein Weg der Düsternis.
Der Schatten vor mir drehte sich ruckartig zu mir um, als ich, in Gedanken versunken, nicht schnell genug hinter ihm hereilte. Ein dumpfes, dämonisches Grollen erklang aus seiner Kehle und jagte mir einen Kälteschauer über die Haut. Ich holte tief Luft und beeilte mich.
Der Weg durch die Dunkelheit schien endlos. Jedes Stück, das wir zurücklegten, verstärkte die Anspannung. Die Unterwelt zog an mir vorbei, düster und steinig.
Aus der Finsternis tauchte eine Höhle vor uns auf. Der Schattendämon blieb stehen, drehte sich nochmals zu mir um und ging dann hinein.
Das war es. Das Ziel. Würde ich finden, was ich suchte? Erhalten, was ich um jeden Preis brauchte?
Die Höhle war größer, als ich es von außen erwartet hatte. Ein wahres Höhlenlabyrinth. Kein Palast für den Meister der Schattendämonen, sondern verworrene Finsternis. Etwas, in dem sich wahrlich nur ein Schatten wohlfühlen konnte. Aber ob sich Krasos wirklich jemals wohlfühlten? Ich muss zugeben, dass ich mir darüber nie Gedanken gemacht hatte. Sie waren einfach das Böse. Und Wächter schützten die Menschen vor ihnen, so glaubte ich tief im Inneren, sogar jetzt.
Ein Kribbeln unter meiner Haut, eine Lichtwelle, flüsterte von der Anwesenheit weiterer Helras, obwohl sie nicht sichtbar waren. Sie lauerten um uns herum und beobachteten uns, bereit, mich zu töten. Der einzige Grund, warum sie es nicht taten, war der Schatten, der mich führte. Selbst wenn ich es vorgehabt hätte, ich hätte den Meister niemals lebend erreicht, um ihn zu vernichten.
Als ob ein Dämonenmeister sich so mühelos vernichten ließe. Schon gar kein Helras und erst recht nicht von einem einzelnen Wächter.
Wir eilten durch die verschlungenen Wege. Wasser tropfte von der Höhlendecke. Mehrfach stieß ich mit meinen Füßen gegen kleines Geröll auf dem Boden, stolperte ein- oder zweimal über spitz aufragende Auswüchse des finsteren Höhlenskeletts.
Der Schattendämonenmeister saß auf einem Thron aus nachtschwarzem Felsen in der gewaltigen Höhle. Er war in einen schwarzen Mantel gehüllt, der ihn fast vollständig verdeckte. Lediglich seine lichtlosen Augen konnte ich sehen, düstere Abgründe, die sich selbst von der hier herrschenden Finsternis noch absetzten. Von ihm strahlten eine Eiseskälte und eine Aura der Macht aus, die jede Faser in mir vibrieren ließen. Der Thron schien mit ihm verbunden, glatt und mächtig. Was für ein Werkzeug hatte ihn geformt? Und wer hatte es getan? Krasos bestimmt nicht. Wer von ihnen hätte schon die Kreativität, die ganze Höhle um diesen Thron herum zu bauen? Denn genau so wirkte es. Er war das Herzstück, das Zentrum der Macht, und auf ihm saß der, der alle Schatten Nidarens kontrollierte.
Kein Licht traute sich in die Finsternis der Schattenhöhle hinein. Aber ich war ein Wächter. Ich konnte mehr sehen als einfache Menschen. Die Luft war dick durch die Schatten der Helras, und mein Kopf pochte schmerzhaft. Das Atmen fiel mir schwer.
Vor dem Thron kniete mein Führer nieder. Ich tat es ihm gleich, wenn auch unfreiwillig. Mehrere Schatten durchfuhren mich und stießen mich zu Boden. Dem Meister zollte man Respekt.
Der Schattendämon, der mich hergeführt hatte, begann unverständlich zu zischen, und es dauerte einen Augenblick, bis ich begriff, dass er in der Sprache der Krasos redete. Ich erkannte das Wort Davos. Immer wieder gestikulierte er zu mir. Es hallte schauderhaft, und allein der Klang peinigte mich wie hundert Nadelstiche. Doch es war nichts. Nichts verglichen mit dem, was ich in mir trug. Dem Grund, warum ich nun hier stand. So ließ ich alles über mich hinwegrollen.
Dann adressierte mich der Meister auf Nidarenisch.
»Was ist dein Begehr, Davos?«
»Macht mich zu einem von euch!«, verlangte ich.
Stille herrschte plötzlich im Raum, die Luft erstarrte.
»Ein Wächter, der zu einem Dämon werden will?«, hakte der Meister nach, und der Unglaube schallte durch seine Worte.
»So ist es«, erwiderte ich schlicht und wartete.
»Warum?«, forderte er zu wissen.
Ich schwieg.
»Antworte, wenn ich mit dir spreche!«, donnerte er daraufhin.
Es war wie ein Unwetter. Donner und Blitze inmitten eines freien Feldes, wo man hilflos der Natur ausgeliefert ist. Doch was ich in seiner Stimme hörte, konnte ich in seinem Gesicht nicht entdecken. Es blieb blank, die Augen leere, enigmatische Abgründe.
Ich schwieg weiter. Ich hatte meine Gründe, und entweder er akzeptierte es oder eben nicht. Wenn nicht, würde ich sterben, doch der Tod machte mir in diesem Moment keine Angst mehr. Ich hatte mich längst entschieden.
Der Meister stand auf und schlich um mich herum. Ich zuckte nicht, als mich seine Pranke berührte, die langen Finger sich kraftvoll um meinen Hals schlossen. Die Kälte, die von ihnen ausging, ließ mich innerlich erschaudern.
»Meine Dämonen schulden mir Gehorsam«, säuselte er beinahe sanft. »Wenn du einer von ihnen werden willst, musst du mir deine Gründe nennen.«
Und immer noch schwieg ich.
»Selbst wenn du es mir jetzt nicht sagen willst, spätestens wenn du einer von uns bist, wirst du es mir sagen.«
Ich schwieg und wartete.
Das Einzige, was nicht ruhig war, war mein Herz. Es hämmerte so schnell und laut, als wolle es mich anschreien, wie ich so verrückt sein konnte, hier starr auf dem Boden zu knien. Doch ich bewegte mich keinen Millimeter.
Plötzlich ließ mich die gruselige Hand los. Der Meister kehrte zu seinem Thron zurück.
»Tötet ihn«, befahl er und starrte mich an, als warte er auf eine Reaktion. Doch ich zuckte auch jetzt noch nicht.
Kurz bevor mich die Helras erreichten, schrie er: »Halt!«
Die Dämonen kehrten auf ihre Plätze zurück.
Der Meister beugte sich vor. »Ich kann dich nicht zum Schatten machen, Davos. Dein Blut ist vergiftet vom Licht. Damals hätte ich es gekonnt, bevor sie dich holten. Deine Magie singt, ich kann sie hören. Du trägst die Schatten bereits in dir. Doch das Licht hält sie fern.« Seine Stimme war zu einem heiseren Flüstern geworden. »Du musst es selbst tun. Vernichte das Licht! Hol die Schatten hervor, und dann werde ich dich ausbilden. Ich selbst, und du wirst der erste Davos sein, der zum Krasos wurde. Und nun geh!«
Ich stand auf. Meine Beine waren so schwer wie die Steine der Unterwelt. Jetzt zu gehen, gehörte nicht zu meinem Plan. Ich war hierhergekommen, um verwandelt oder getötet zu werden. Doch ich hatte keine Wahl, denn mein Führer und ein weiterer Schatten, der sich materialisierte, packten mich und schleiften mich hinaus.
Ich hätte kämpfen können. Ich wäre getötet worden. Dann wäre alles vorüber. Aber jetzt, in diesem Moment, wo ich wusste, dass es eine Möglichkeit gab, rang ich mich dazu nicht mehr durch.
Kurz bevor wir den Thronraum verließen, rief der hohe Dämon mir hinterher: »Du musst das Licht in dir töten, Davos! Du weißt, wie man Licht vernichtet!«
…
Wege in die Unterwelt gibt es zahlreiche, und obwohl die Menschen sie nicht sehen können, fangen sie genau vor ihrer Nase an. Doch nur mit Magie kann man sie finden und durchqueren. Ich war einige Male in der Unterwelt gewesen, um Krasos zu jagen oder auszuspionieren. Es war eine vollkommen andere Welt, die sich ganz anders anfühlte, als unter Menschen zu sein. Nicht nur, weil alles anders aussah, sondern weil die Unterwelt anders lebendig war. Ich konnte das Gefühl nicht besser greifen. Es war wie eine Saite, die in mir klang, aber deren Ton ich nicht hören konnte, nur fühlen. Bisher hatten mich meine Aufträge als Wächter hierhergeführt. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich aus vollkommen anderen Gründen die Unterwelt betreten würde. Doch hier stand ich und folgte dem Helras, als die Erde sich öffnete und uns verschluckte.
Er brachte mich durch die Finsternis zu seinem Meister und ich verzichtete auf meinen Schild. Für den Weg, den ich beschritt, brauchte und wollte ich kein Licht. Es war ein Weg der Düsternis.
Der Schatten vor mir drehte sich ruckartig zu mir um, als ich, in Gedanken versunken, nicht schnell genug hinter ihm hereilte. Ein dumpfes, dämonisches Grollen erklang aus seiner Kehle und jagte mir einen Kälteschauer über die Haut. Ich holte tief Luft und beeilte mich.
Der Weg durch die Dunkelheit schien endlos. Jedes Stück, das wir zurücklegten, verstärkte die Anspannung. Die Unterwelt zog an mir vorbei, düster und steinig.
Aus der Finsternis tauchte eine Höhle vor uns auf. Der Schattendämon blieb stehen, drehte sich nochmals zu mir um und ging dann hinein.
Das war es. Das Ziel. Würde ich finden, was ich suchte? Erhalten, was ich um jeden Preis brauchte?
Die Höhle war größer, als ich es von außen erwartet hatte. Ein wahres Höhlenlabyrinth. Kein Palast für den Meister der Schattendämonen, sondern verworrene Finsternis. Etwas, in dem sich wahrlich nur ein Schatten wohlfühlen konnte. Aber ob sich Krasos wirklich jemals wohlfühlten? Ich muss zugeben, dass ich mir darüber nie Gedanken gemacht hatte. Sie waren einfach das Böse. Und Wächter schützten die Menschen vor ihnen, so glaubte ich tief im Inneren, sogar jetzt.
Ein Kribbeln unter meiner Haut, eine Lichtwelle, flüsterte von der Anwesenheit weiterer Helras, obwohl sie nicht sichtbar waren. Sie lauerten um uns herum und beobachteten uns, bereit, mich zu töten. Der einzige Grund, warum sie es nicht taten, war der Schatten, der mich führte. Selbst wenn ich es vorgehabt hätte, ich hätte den Meister niemals lebend erreicht, um ihn zu vernichten.
Als ob ein Dämonenmeister sich so mühelos vernichten ließe. Schon gar kein Helras und erst recht nicht von einem einzelnen Wächter.
Wir eilten durch die verschlungenen Wege. Wasser tropfte von der Höhlendecke. Mehrfach stieß ich mit meinen Füßen gegen kleines Geröll auf dem Boden, stolperte ein- oder zweimal über spitz aufragende Auswüchse des finsteren Höhlenskeletts.
Der Schattendämonenmeister saß auf einem Thron aus nachtschwarzem Felsen in der gewaltigen Höhle. Er war in einen schwarzen Mantel gehüllt, der ihn fast vollständig verdeckte. Lediglich seine lichtlosen Augen konnte ich sehen, düstere Abgründe, die sich selbst von der hier herrschenden Finsternis noch absetzten. Von ihm strahlten eine Eiseskälte und eine Aura der Macht aus, die jede Faser in mir vibrieren ließen. Der Thron schien mit ihm verbunden, glatt und mächtig. Was für ein Werkzeug hatte ihn geformt? Und wer hatte es getan? Krasos bestimmt nicht. Wer von ihnen hätte schon die Kreativität, die ganze Höhle um diesen Thron herum zu bauen? Denn genau so wirkte es. Er war das Herzstück, das Zentrum der Macht, und auf ihm saß der, der alle Schatten Nidarens kontrollierte.
Kein Licht traute sich in die Finsternis der Schattenhöhle hinein. Aber ich war ein Wächter. Ich konnte mehr sehen als einfache Menschen. Die Luft war dick durch die Schatten der Helras, und mein Kopf pochte schmerzhaft. Das Atmen fiel mir schwer.
Vor dem Thron kniete mein Führer nieder. Ich tat es ihm gleich, wenn auch unfreiwillig. Mehrere Schatten durchfuhren mich und stießen mich zu Boden. Dem Meister zollte man Respekt.
Der Schattendämon, der mich hergeführt hatte, begann unverständlich zu zischen, und es dauerte einen Augenblick, bis ich begriff, dass er in der Sprache der Krasos redete. Ich erkannte das Wort Davos. Immer wieder gestikulierte er zu mir. Es hallte schauderhaft, und allein der Klang peinigte mich wie hundert Nadelstiche. Doch es war nichts. Nichts verglichen mit dem, was ich in mir trug. Dem Grund, warum ich nun hier stand. So ließ ich alles über mich hinwegrollen.
Dann adressierte mich der Meister auf Nidarenisch.
»Was ist dein Begehr, Davos?«
»Macht mich zu einem von euch!«, verlangte ich.
Stille herrschte plötzlich im Raum, die Luft erstarrte.
»Ein Wächter, der zu einem Dämon werden will?«, hakte der Meister nach, und der Unglaube schallte durch seine Worte.
»So ist es«, erwiderte ich schlicht und wartete.
»Warum?«, forderte er zu wissen.
Ich schwieg.
»Antworte, wenn ich mit dir spreche!«, donnerte er daraufhin.
Es war wie ein Unwetter. Donner und Blitze inmitten eines freien Feldes, wo man hilflos der Natur ausgeliefert ist. Doch was ich in seiner Stimme hörte, konnte ich in seinem Gesicht nicht entdecken. Es blieb blank, die Augen leere, enigmatische Abgründe.
Ich schwieg weiter. Ich hatte meine Gründe, und entweder er akzeptierte es oder eben nicht. Wenn nicht, würde ich sterben, doch der Tod machte mir in diesem Moment keine Angst mehr. Ich hatte mich längst entschieden.
Der Meister stand auf und schlich um mich herum. Ich zuckte nicht, als mich seine Pranke berührte, die langen Finger sich kraftvoll um meinen Hals schlossen. Die Kälte, die von ihnen ausging, ließ mich innerlich erschaudern.
»Meine Dämonen schulden mir Gehorsam«, säuselte er beinahe sanft. »Wenn du einer von ihnen werden willst, musst du mir deine Gründe nennen.«
Und immer noch schwieg ich.
»Selbst wenn du es mir jetzt nicht sagen willst, spätestens wenn du einer von uns bist, wirst du es mir sagen.«
Ich schwieg und wartete.
Das Einzige, was nicht ruhig war, war mein Herz. Es hämmerte so schnell und laut, als wolle es mich anschreien, wie ich so verrückt sein konnte, hier starr auf dem Boden zu knien. Doch ich bewegte mich keinen Millimeter.
Plötzlich ließ mich die gruselige Hand los. Der Meister kehrte zu seinem Thron zurück.
»Tötet ihn«, befahl er und starrte mich an, als warte er auf eine Reaktion. Doch ich zuckte auch jetzt noch nicht.
Kurz bevor mich die Helras erreichten, schrie er: »Halt!«
Die Dämonen kehrten auf ihre Plätze zurück.
Der Meister beugte sich vor. »Ich kann dich nicht zum Schatten machen, Davos. Dein Blut ist vergiftet vom Licht. Damals hätte ich es gekonnt, bevor sie dich holten. Deine Magie singt, ich kann sie hören. Du trägst die Schatten bereits in dir. Doch das Licht hält sie fern.« Seine Stimme war zu einem heiseren Flüstern geworden. »Du musst es selbst tun. Vernichte das Licht! Hol die Schatten hervor, und dann werde ich dich ausbilden. Ich selbst, und du wirst der erste Davos sein, der zum Krasos wurde. Und nun geh!«
Ich stand auf. Meine Beine waren so schwer wie die Steine der Unterwelt. Jetzt zu gehen, gehörte nicht zu meinem Plan. Ich war hierhergekommen, um verwandelt oder getötet zu werden. Doch ich hatte keine Wahl, denn mein Führer und ein weiterer Schatten, der sich materialisierte, packten mich und schleiften mich hinaus.
Ich hätte kämpfen können. Ich wäre getötet worden. Dann wäre alles vorüber. Aber jetzt, in diesem Moment, wo ich wusste, dass es eine Möglichkeit gab, rang ich mich dazu nicht mehr durch.
Kurz bevor wir den Thronraum verließen, rief der hohe Dämon mir hinterher: »Du musst das Licht in dir töten, Davos! Du weißt, wie man Licht vernichtet!«
…
© Eva von Kalm und Shadodex – Verlag der Schatten
»Andrargs Schriften
Teil 1 – Die Prophezeiung«
von Eva von Kalm
ISBN (Taschenbuch):
978-3-98528-055-1
316 Seiten, Preis: 16,00 €
ISBN (epub): 978-3-98528-056-8
5,99 €
Angaben zur Produktsicherheit:
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
-
Anke Bultmann, 20.10.2025
Sie müssen angemeldet sein um eine Bewertung abgeben zu können. Anmelden
Zur Rezension