"Serenade - Abendlied" von Quistis Fall
Sommerferien. Für Lucy immer eine Zeit des Glücks, die sie auf Green Hall verbringen kann – einem alten Schloss in Südengland, das sich im Besitz der Familie befindet.
Diesmal wird die Vorfreude jedoch vom Tod ihrer Tante überschattet.
Dass in dem Moment, in dem die Schlossherrin starb, ein alter Fluch von Lucys Familie Besitz ergriffen hat, ahnt zu dieser Zeit noch niemand. Auch nicht, dass er eine Blutspur nach sich ziehen wird, die Lucys Leben binnen weniger Tage komplett verändern soll. Denn danach wird nichts mehr so sein, wie es einst war.
Was aber hat das dunkle Familiengeheimnis, das Lucy lüften kann, damit zu tun?
Und was hat es mit der neuen Haushälterin auf sich?
Folgt uns ins Sanatorium der Stadt und erfahrt die bittere Wahrheit, denn nur dort findet ihr die Antworten auf eure Fragen. Doch die werden euch schockieren …
Taschenbuch
ISBN: 978-3-946381-67-9
376 Seiten, Preis: 15,00 €
E-Book (nicht hier im Shop erhältlich)
ISBN: 978-3-946381-69-3 (epub)
Preis: 4,99 €
Diesmal wird die Vorfreude jedoch vom Tod ihrer Tante überschattet.
Dass in dem Moment, in dem die Schlossherrin starb, ein alter Fluch von Lucys Familie Besitz ergriffen hat, ahnt zu dieser Zeit noch niemand. Auch nicht, dass er eine Blutspur nach sich ziehen wird, die Lucys Leben binnen weniger Tage komplett verändern soll. Denn danach wird nichts mehr so sein, wie es einst war.
Was aber hat das dunkle Familiengeheimnis, das Lucy lüften kann, damit zu tun?
Und was hat es mit der neuen Haushälterin auf sich?
Folgt uns ins Sanatorium der Stadt und erfahrt die bittere Wahrheit, denn nur dort findet ihr die Antworten auf eure Fragen. Doch die werden euch schockieren …
Taschenbuch
ISBN: 978-3-946381-67-9
376 Seiten, Preis: 15,00 €
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Preis: 4,99 €
Leseprobe
„Serenade – Abendlied“
von Quistis Fall
„Serenade – Abendlied“
von Quistis Fall
Teil 1_Zerbrochene Idylle
Kapitel 3 – Das Kreuz in der Asche
Kapitel 3 – Das Kreuz in der Asche
…
Eine Stunde später, hatte ich vom Warten die Nase gestrichen voll. Ich duschte, machte die Lichterkette über meinem Bett an, schnappte mir meine »Salt and Vinegar«-Chips, die ich als Reiseproviant in meinen Rucksack gepackt, dort aber während der Fahrt vergessen hatte, und versuchte mich auf das bisher nicht angerührte Buch zu konzentrieren.
Dreißig Seiten später schreckte ich hoch, weil ich Schritte auf dem Flur hörte. Hastig legte ich das Buch zur Seite und schob die halb leere Tüte Chips hinter die Kissen.
Als sich meine Tür öffnete und sich der Schatten meiner Mutter auf dem Boden ausbreitete, schlug mein Herz plötzlich sehr schnell.
»Was ist denn passiert?« Ich konnte mich nicht mehr zusammenreißen. Platzte fast vor Neugier. Schon zu lange hockte ich unwissend und allein hier oben.
Mom kam näher und setzte sich zu mir aufs Bett. Hinter ihr tauchte Dad auf. Lehnte sich mit verschränkten Armen gegen den Türrahmen. Ich sah, dass Moms Augen gerötet waren. Sie hatte geweint.
Was ist hier nur los, verdammt?
Als sie die richtige Position auf meinem Bett gefunden hatte, legte Mom sanft den linken Arm über meine Schultern. Sie atmete tief ein, als müsse sie sich für das Kommende rüsten, und sagte: »Es geht um Vinny.«
Die Schwere in ihrer Stimme war zurück. Mit einem Mal wollte ich gar nicht mehr wissen, was los war. Am liebsten hätte ich mich an irgendeinem Ort verkrochen, der überall auf der Welt hätte sein können. Überall, nur nicht in England. Überall, nur nicht in diesem verdammten Schloss.
Mom schwieg dann erst einmal. Sie kräuselte ihre Lippen und griff an ihre Halskette.
Mir fielen wieder die eingravierten Buchstaben ein: »M« und »L«. Michelle und Lucy.
Ich kann dir nicht helfen, es zu sagen, Mom. Und Michelle auch nicht. Sie ist tot, verdammt. Sie hat noch nicht mal wirklich gelebt. Warum glaubst du nur immer, dass dieses Herz dir Kraft gibt? Es ist nur ein Stück kaltes Gold.
»Vinny ist heute Morgen nicht zur Arbeit gekommen. Wir haben uns erst keine Sorgen gemacht. Du weißt ja selbst, dass sie öfter mal später erscheint. Außerdem dachten wir, dass sie vielleicht am Tod von Caroline zu knabbern hätte. Schließlich kannten die beiden sich seit Ewigkeiten. Deshalb dachten wir uns nichts dabei. Nachdem wir beim Caterer gewesen waren, hatten wir immer noch nichts von ihr gehört, und im Schloss war sie auch nicht aufgetaucht. Also haben wir noch mal angerufen. Ohne Erfolg. Ben bestand dann darauf, zu ihrer Wohnung zu fahren. Seit ihre Mutter tot ist, hat Vinny ja niemanden mehr. Ihr Auto stand in ihrer Straße. Aber niemand öffnete uns die Tür, als wir klingelten. Oh Gott …« Mom schlug sich die Hand vor den Mund und wisperte: »Wenn Ben nicht so darauf beharrt hätte, dass etwas nicht stimmte, wäre ich einfach wieder gefahren.«
Mom begann zu schluchzen, und ich legte ihr tröstend die rechte Hand aufs Knie. Ich ahnte, dass jetzt der Moment da war, an dem irgendetwas Furchtbares käme. Etwas unaussprechlich Grausames. Ich biss mir auf die Unterlippe, um dem aufkommenden Tränenschwall Einhalt zu gebieten.
»Ben hat für Notfälle einen Schlüssel, um in die Wohnung zu kommen. Deshalb beschlossen wir, kurz reinzugehen. Damit wir wirklich sicher sein konnten, dass sie nicht da war. Aber als wir drin waren, kam uns dieser Gestank entgegen.«
Tränen rannen über Moms Wangen, und auch ich konnte mich nicht mehr zusammenreißen. Ich kniff die Augen zusammen und ballte meine linke Hand zur Faust.
»Ben bemerkte den Dreck auf dem Boden. Spuren von Ruß und verbranntem H… Holz oder so was.« Ihre Stimme zitterte. »Die Spur führte zum Kamin in ihrem Wohnzimmer. Darin waren die Überreste ihres Körpers. Vinny … Sie wurde in ihrem eigenen Kamin verbrannt.«
Ich japste erschrocken auf. Mom nahm mich sofort in die Arme, und wir trösteten uns gegenseitig. Auch in Dad kam nun Bewegung. Er lief zu uns, setzte sich und umschloss uns unbeholfen mit beiden Armen. Doch obwohl meine Eltern mich so fest drückten, gab es für mich nun kein Halten mehr. Die Quelle, aus der meine Tränen kamen, schien nicht versiegen zu wollen. Obwohl ich Moms Worte noch gar nicht richtig erfasst hatte, verspürte ich so viel Frust und Trauer. Vor allem spürte ich aber Angst. Die Atmosphäre im Schloss und das Unwetter draußen taten dazu ihr Übriges. Mir schien es auf einmal unerträglich, noch eine weitere Nacht in Green Hall, in England, verbringen zu müssen. Ich wollte zurück nach Berlin, wo alles schön normal war. Wollte in unsere Dachgeschosswohnung. Wollte mit Vanessa oder Kim oder sonst wem in meinem Zimmer laut Musik hören und über Jungs tratschen. Dort, in meinem richtigen Zuhause, starb oder verbrannte niemand. Das passierte alles nur hier.
Ich löste mich von den beiden. »Ist … Seid ihr … wirklich sicher, dass sie es … war?«
»Wir haben sofort die Polizei gerufen. Doch so schnell kann man einen verbrannten Körper leider nicht identifizieren. Da war zu wenig übrig. Aber dieser Rest trug Vinnys Kreuz.«
Damit war es endgültig. Für mich zumindest. Seit ich denken konnte, hatte Vinny diese verdammte Kette getragen.
»Ich will nach Hause«, wimmerte ich.
»Ich weiß, mein Engel. Aber wir haben hier noch Verpflichtungen und müssen auch abwarten, was die Polizei zu ihrem Tod herausfindet, verstehst du? Wir stehen das schon zusammen durch. Und du kommst so schnell wie möglich wieder nach Berlin. Versprochen. Alles wird gut.«
Es ist schon zu spät, als dass alles noch gut werden könnte, dachte ich resigniert.
Nachdem ich mich wieder halbwegs beruhigt hatte, bemerkte ich Larry im Türrahmen. Als sich unsere Blicke trafen, nutzte er die Gelegenheit, um zu sprechen. »Ich will euch nicht stören, aber wir sollten los, Michael.«
Dad nickte knapp, tätschelte mir die Schulter und ging dann mit ihm hinunter.
»Wohin wollen die zwei?«
Mom seufzte schwer, bevor sie sagte: »Sie gehen eine Runde ums Schloss. Gucken, ob alles in Ordnung ist, und kontrollieren alle Schlösser, Kameras und die Alarmanlage.«
»Es war Mord, oder?«, platzte es aus mir heraus.
Mom fuhr bei meinen Worten zusammen.
»Weißt du, wir haben zwar mit der Polizei gesprochen, aber so genau haben die sich nicht dazu geäußert. Eigentlich haben die uns nur ausgefragt und selbst nicht viel durchblicken lassen. Die Spurensicherung war auch noch nicht da gewesen. Es weiß also niemand etwas Genaues.«
Ich sah sie zweifelnd an.
Daraufhin nickte sie und flüsterte: »Wie das dort aussah, hat irgendjemand dafür gesorgt, dass sie im Kamin verbrannt ist.«
Auch wenn ich es zuerst ausgesprochen hatte, waren Moms Worte in diesem Punkt viel gewichtiger. Sie bestätigten meine Theorie. Diese laut ausgesprochene Wahrheit machte es viel realer. Und es jagte mir einen Schauder über den Rücken. Ich realisierte, wie lange ich noch hierbleiben müsste nach all diesen Geschehnissen. Schon jetzt war ich völlig überfordert.
Wie soll ich die nächsten Tage überstehen? Was soll ich nur machen? Außer mich zu Tode zu fürchten. Besonders nachts.
Dass Dad und Larry noch einen abendlichen Rundgang machten, gehörte nicht zum üblichen Prozedere. Sie waren anscheinend genauso verängstigt wie ich, und sie zeigten es durch ihren neu ausgeprägten Sinn für Sicherheit.
Zwei Leben. Zwei Tode. … Zwei Leben. Zwei Tote. … Caroline. Vinny. … Zwei Frauen. … Meine Tante. Unsere Haushälterin. … Zwei Tote. … Zwei Leben, die sich über Jahrzehnte täglich gekreuzt hatten. Zwei Menschen, die ich kannte und die innerhalb weniger Tage verstorben sind. … Eine davon wohl ermordet.
Die nächsten Gedanken lösten Panik in mir aus.
Was, wenn Caroline nicht an einem Herzinfarkt gestorben ist? Wenn es nur so aussah? Wenn jemand auch Caroline umgebracht hat? Vielleicht sogar derselbe? … Wäre das möglich? Hat es jemand auf meine Familie abgesehen? Schweben wir alle in einer tödlichen Gefahr? Schwebe ich …?
Mom fing meinen Blick auf und reagierte blitzartig.
»Hey, hey, hey … Du kriegst jetzt keine Panik, ja?« Sie hielt mit beiden Händen mein Gesicht. »Steiger dich da jetzt nicht rein. Besonders wo wir noch nicht wissen, was genau Sache ist. Bleib ruhig! Atme langsam ein und aus.«
Ich schloss meine Augen und versuchte mit aller Kraft, mich zu beruhigen.
»Ja, so ist es gut. Denk an was Schönes … oder Lustiges. Ich weiß auch nicht. Meinen Wutanfall im Laden vielleicht! Da habe ich mich wirklich schön zum Affen gemacht.«
Ich begann plötzlich loszuprusten, und Mom stimmte sofort erleichtert mit ein.
»Tja, da war ich echt außer Kontrolle gewesen. Passiert leider mal. Geht’s dir jetzt wieder besser, Engel?«
Ich nickte, und Mom nahm ihre Hände von meinem Gesicht.
»Du hast jetzt auch wieder etwas mehr Farbe. Kann ich dich kurz allein lassen? Ich will eben nach Ben sehen und das Abendessen machen. Es wird nicht lange dauern. Ich bring dir dann was hoch. Du legst dich besser hin. Nicht dass du mir doch noch umkippst.«
»Keine Sorge, Mom. Alles … na ja, nicht gut, aber ich fühle mich gerade halbwegs in Ordnung. Ich schaff das hier schon allein. Geh du lieber zu Ben. Er muss am Ende sein.«
Mom nickte.
»Und du bist sicher auch am Ende.«
»Ach was, mir geht’s gut. Klar, es war ein Schock gewesen, Vinnys … Sie zu sehen. Aber wenn ich eins die letzten Tage gelernt habe, dann dass ich stark sein kann. Keine Sorge, Lucy, ich krieg das alles schon hin. Also, bis gleich.«
Mit diesen Worten schritt Mom aus dem Zimmer und ließ mich fürs Erste allein hier oben. Ich blieb auf meinem Bett liegen und lauschte dem abklingenden Unwetter.
…
© Quistis Fall und Shadodex – Verlag der Schatten
»Serenade – Abendlied«
von Quistis Fall
ISBN (Taschenbuch):
978-3-946381-67-9
376 Seiten, Preis: 15,00 €
ISBN (epub): 978-3-946381-69-3
4,99 €
»Serenade – Abendlied«
von Quistis Fall
ISBN (Taschenbuch):
978-3-946381-67-9
376 Seiten, Preis: 15,00 €
ISBN (epub): 978-3-946381-69-3
4,99 €
Angaben zur Produktsicherheit:
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
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