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"Hidden Tales - Die unglaubliche Geschichte der Hanna S." von Shada Astart u.a.
"Hidden Tales - Die unglaubliche Geschichte der Hanna S." von Shada Astart u.a.
Geocaching: Spiel, bei dem in freiem Gelände versteckte Behälter mithilfe von GPS gesucht und anschließend am selben Ort wieder versteckt werden. (Duden)
Mein Name ist Hanna, ich bin Geocacherin und möchte euch heute meine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die im Sommer 2014 ihren Anfang nahm mit einer mir bis dahin unbekannten Cache-Art, dem Story-Cache.
»Nicht vor dem 05. Juli 2014 öffnen!« Das stand auf der Metallbox, die ich damals geborgen hatte. Darin befanden sich zwei Briefe an einen Nathan Smith, die zusammen eine mysteriöse, traurige Story ergaben, welche mich noch lange verfolgte. Und diese sollte nicht die einzige Geschichte bleiben, die mich – und nur mich, wie sich zeigte – per Story-Cache erreichte. Doch warum? Wer steckte dahinter? Das alles zerrte gewaltig an meinen Nerven. Doch es sollte noch viel schlimmer kommen im Jahr 2020, als ich endlich die Wahrheit erfuhr. Eine Wahrheit, die ich wohl nie verdauen werde. Könntet ihr?
Lest meine Geschichte und entscheidet selbst.
Mit Geschichten von Dr. Karsten Beuchert, Benyamen Cepe, Elisa Bergmann, Bettina Ickelsheimer-Förster, Detlef Schirrow, Lyakon, Jasmin Jülicher, Nadine Roth, Alicia-Veronique Gröning und Eva von Kalm.
Taschenbuch
ISBN: 978-3-946381-97-6
240 Seiten, Preis: 13,00 €
E-Book (nicht hier im Shop erhältlich)
ISBN: 978-3-946381-99-0 (epub)
Preis: 4,99 €
Mein Name ist Hanna, ich bin Geocacherin und möchte euch heute meine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die im Sommer 2014 ihren Anfang nahm mit einer mir bis dahin unbekannten Cache-Art, dem Story-Cache.
»Nicht vor dem 05. Juli 2014 öffnen!« Das stand auf der Metallbox, die ich damals geborgen hatte. Darin befanden sich zwei Briefe an einen Nathan Smith, die zusammen eine mysteriöse, traurige Story ergaben, welche mich noch lange verfolgte. Und diese sollte nicht die einzige Geschichte bleiben, die mich – und nur mich, wie sich zeigte – per Story-Cache erreichte. Doch warum? Wer steckte dahinter? Das alles zerrte gewaltig an meinen Nerven. Doch es sollte noch viel schlimmer kommen im Jahr 2020, als ich endlich die Wahrheit erfuhr. Eine Wahrheit, die ich wohl nie verdauen werde. Könntet ihr?
Lest meine Geschichte und entscheidet selbst.
Mit Geschichten von Dr. Karsten Beuchert, Benyamen Cepe, Elisa Bergmann, Bettina Ickelsheimer-Förster, Detlef Schirrow, Lyakon, Jasmin Jülicher, Nadine Roth, Alicia-Veronique Gröning und Eva von Kalm.
Taschenbuch
ISBN: 978-3-946381-97-6
240 Seiten, Preis: 13,00 €
E-Book (nicht hier im Shop erhältlich)
ISBN: 978-3-946381-99-0 (epub)
Preis: 4,99 €
Leseprobe
»Hidden Tales – Die unglaubliche Geschichte der Hanna S.«
von Shada Astart u.a.
»Hidden Tales – Die unglaubliche Geschichte der Hanna S.«
von Shada Astart u.a.
(Seite 49 – 53)
…
Einige Monate später – im Frühjahr 2015 – machte mich mein Smartphone auf einen weiteren Story-Cache in der Nähe aufmerksam. Wieder trudelte die erste Nachricht, dass ein neuer Cache aktiviert wurde, um 00:00 Uhr ein und riss mich aus dem Schlaf. Erst wollte ich die Aufforderung, diesen Schatz zu bergen, ignorieren, öffnete dann aber doch die Geocaching-App, und – wie erwartet – gab es ein neues Ziel zu erkunden. Dieses Mal lotsten mich die Koordinaten in den Wald, der an einen Nachbarort grenzte.
Da ich bereits ahnte, dass mich die nächste Message um 02:00 Uhr erreichen würde, beschloss ich, das Handy wieder stumm zu schalten, um dem nächtlichen Gepiepse der erinnernden Nachrichten zu entgehen. Morgen jedoch würde ich die Koordinaten aufsuchen. Ich war einfach zu neugierig.
Schlaf fand ich in dieser Nacht so gut wie keinen. Jedes Mal wenn ich wegdämmerte, tauchte die weiße Frau in meinem Traum auf und sagte, dass ich sie nach Hause bringen solle. Es machte mich wahnsinnig, sodass ich irgendwann aufstand und mich vor den Fernseher setzte, wo ich mich durch die Kanäle zappte, bis ich an einer Wiederholung von »Autopsie – Mysteriöse Todesfälle« hängen blieb. Es war vielleicht nicht die beste Idee, sich mit gerade diesem Thema abzulenken, doch zerrte die Sendung meine Gedanken tatsächlich weg von der weißen Frau.
Hätte ich in dieser Nacht geahnt, was mich am anderen Tag im Wald erwartete, ich wäre bestimmt erst schreiend im Kreis gelaufen und hätte dann – pfeif auf die Uhrzeit – meinen besten Freund Baltwin angerufen. Oder auch Uwe. … Nein! Uwe hätte sich sowieso nur über mich lustig gemacht und mir mal wieder erklärt, wie dumm ich sei, weil ich mich von solchen Dingen durcheinandermachen lasse.
Ich erwachte auf meinem Sofa, als ich kurz vor 06:00 Uhr zu frieren begann, und schleppte mich ins Bett, wo ich – zum Glück – traumlos noch eine Weile vor mich hin dösen konnte, bis das Festnetztelefon im Wohnzimmer läutete.
Genervt torkelte ich aus dem Schlafzimmer und stellte fest, dass es der Anrufer nicht nur lediglich dreimal hatte schellen lassen, sondern auch noch anonym anrufen musste.
Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass es genau 10:00 Uhr war, also lohnte es sich kaum mehr, erneut das Bett aufzusuchen. Ich schnappte mir mein Handy vom Wohnzimmertisch und deaktivierte die Stummschaltung. Schließlich hatte ich etwas vor. Da es gerade regnete, wartete ich aber noch eine Weile.
Knapp eine Stunde später war es so weit. Ich machte mich auf den Weg zu den Koordinaten, die mir die App anzeigte.
Es wirkte schon befremdlich auf mich, dass ich zum zweiten Mal der wiederholten Aufforderung, einen Story-Cache in meiner Nähe aufzusuchen, folgte. Wie befürchtet waren tatsächlich über Nacht erneut die Erinnerungen daran per Nachrichten der App eingetrudelt. Das alles war wirklich sehr seltsam.
Sollte ich doch Uwe mal … Nein! Ich wischte den Gedanken weg und sah auf mein Smartphone, damit ich den richtigen Weg einschlug.
In diesen Teil des Waldes, in dem es viele ausgeschilderte Wanderwege gab, hatte ich mich bisher selten verirrt. Ich mochte es nicht, wenn mir zu viele Menschen in der Ruhe der Wälder begegneten. Heute jedoch, obwohl die Sonne langsam durch das noch feuchte Blätterdach brach und die kühle Luft hier unten stetig erwärmte, schien niemand anderes unterwegs zu sein. Allein suchte ich mir meinen Weg zum Ziel, dem ich schon sehr nahe war, wie mir die App verkündete.
Ich folgte gerade einem schmalen Pfad, der vom Hauptweg abzweigte, als ich einen großen, knorrigen Baum erblickte. Noch bevor mein Smartphone es mir bestätigte, wusste ich, dass dieser mein Ziel darstellte. Das einst stolze, kräftige Gewächs, das seine starken Äste in den Himmel reckte, war jedoch nur mehr totes Holz. Ein Blitz hatte die ausladende Krone und den dicken Stamm gespalten. Vielleicht auch ein Opfer von »Ela« im letzten Jahr.
Als ich näher trat, entdeckte ich zwischen den am Stamm hochstehenden Wurzeln etwas Gelbes. Würde man hier einfach nur spazieren gehen, fiel das nicht groß auf, doch ich ahnte, dass hier mein Zielfähnchen winkte.
Ich sah mich kurz um, ob nicht doch jemand in der Nähe war, bevor ich mich bückte und nach dem eckigen Ding griff.
Dieses Mal zog ich eine alte Kakaodose aus Blech, wie ich sie aus meiner Kindheit kannte, hervor.
Wer auch immer die hier versteckt hatte, wollte sich wohl die Mühe ersparen, ein Loch in der festen Erde zwischen diesen dicken Wurzeln zu buddeln. Mir konnte es nur recht sein.
Ich nahm die Dose an mich und lehnte mich an den toten Stamm. Lächelnd und in Erinnerung schwelgend drehte ich das »Kaba«-Gefäß in meinen Händen. Ja, das Design kam mir bekannt vor. Bei näherem Hinsehen erkannte ich Roststellen. Es schien sich tatsächlich um ein Original aus den Siebzigerjahren zu handeln.
Gespannt, was im Inneren der Dose auf mich warten würde, hebelte ich den Deckel auf und legte ihn neben mir auf einer Wurzel ab.
Wie insgeheim erhofft fand ich einige diesmal zusammengeheftete und geknickte DIN-A4-Blätter. Als ich sie herauszog, segelte ein Zettel in Richtung Waldboden. Schnell stellte ich die Dose ab und griff danach, bevor der Wind ihn davontragen konnte.
»Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende
eines mühsam gewordenen Weges.«
(Franz von Assisi)
Dankbar für das, was du uns gegeben hast, und für die Zeit, die wir gemeinsam mit dir verbringen durften, nehmen wir Abschied von meinem geliebten Mann …
Hier fehlte der Rest des Satzes, auch der Name des Verstorbenen wurde geschwärzt, sodass ich ihn nicht lesen konnte, egal, wie ich den Zeitungsausschnitt im Sonnenlicht drehte. Es folgten noch das Datum der Beerdigung – Freitag, den 27. März 2015 – und die Uhrzeit. Der Ort des Geschehens war wieder geschwärzt.
Das war vor knapp einer Woche, schoss es mir durch den Kopf, verdrängte den Gedanken, der noch in mir aufstieg, jedoch gleich wieder, denn ich würde nun ganz bestimmt nicht die Friedhöfe der Umgebung abklappern, um vielleicht herauszufinden, zu wem diese Traueranzeige gehörte. Ich ahnte aber, dass sie mit der Story in Verbindung stand, die ich hier und jetzt lesen wollte. Danach würde ich sie wieder in die Dose packen und die zurück an ihren Platz legen.
Wer auch immer diesen Story-Cache aktiviert hatte, versuchte vielleicht, seine Trauer zu bewältigen, indem er seine Geschichte anonym mit anderen teilte.
Die Erklärung würde sogar zum ersten Story-Cache passen.
Darüber wollte ich jetzt jedoch nicht weiter nachdenken, daher beschloss ich, erst einmal die Geschichte zu lesen.
Einer für alle und alle für einen
© Elisa Bergmann
© Elisa Bergmann
1
Ich betrachtete das Bild. Mein Vater hatte es aufgenommen. Seit zwanzig Jahren hing es nun schon hier, davor war es zweimal mit mir umgezogen. Es war das Einzige in meinem kleinen Arbeitszimmer, was ich regelmäßig abstaubte. Wenn ich an meinem Schreibtisch saß, hatte ich eine gute Sicht darauf. Ich hütete es wie ein Heiligtum oder einen Schatz.
Auf dem alten, an den Ecken etwas vergilbten Foto waren vier Jungen zu sehen, die mit einem Lächeln, das Zahnlücken entblößte, in die Kamera blickten. Drei von ihnen waren nun tot, der vierte war ich. Ich seufzte. Sie waren meine besten Freunde gewesen. Einer hatte sogar meine Schwester geheiratet. Heute brachten wir ihn unter die Erde. Nur ich war noch da.
Ich starrte auf das Bild, das Einzige, was von unserer langen Freundschaft übrig geblieben war. Das alte Foto und die vielen Erinnerungen.
Diese drei Menschen hatten mich zu dem gemacht, der ich heute war.
Einer für alle und alle für einen! Und alle waren sie zu früh, weit vor ihrer Zeit, gegangen.
…
© Shada Astart, Elisa Bergmann
und Shadodex –Verlag der Schatten
»Hidden Tales – Die unglaubliche Geschichte der Hanna S.«
von Shada Astart u.a.
Taschenbuch
ISBN: 978-3-946381-97-6
240 Seiten
Preis: 13,00 €
E-Book
ISBN: 978-3-946381-99-0 (epub)
Preis: 4,99 €
Ein fesselnder Anthologie-Roman, der in einer Rahmenhandlung die einzelnen Geschichten verbindet und wahre/aktuelle Ereignisse aufgreift.
und Shadodex –Verlag der Schatten
»Hidden Tales – Die unglaubliche Geschichte der Hanna S.«
von Shada Astart u.a.
Taschenbuch
ISBN: 978-3-946381-97-6
240 Seiten
Preis: 13,00 €
E-Book
ISBN: 978-3-946381-99-0 (epub)
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Ein fesselnder Anthologie-Roman, der in einer Rahmenhandlung die einzelnen Geschichten verbindet und wahre/aktuelle Ereignisse aufgreift.
Angaben zur Produktsicherheit:
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
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Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
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Diesen Artikel haben wir am Freitag, 20. November 2020 in den Shop aufgenommen.