"Dominium Terrae - Der Fluch der Menschheit" von Shada Astart u.a.
Dominium Terrae!
Wenn »die Herrschaft über die Erde« zum Fluch wird …
Am 27. August 1973 um 19:23 Uhr verschwanden über der Wüste Karakum in Turkmenistan ein Warbird und eine Tupolew Tu-144 spurlos in einer blitzenden gelbgrünen Wolke, die aus dem Erdreich drang.
Genau fünfzig Jahre später wird diese auf dem Frankfurter Flughafen erneut ausbrechen, und auch die beiden Flugzeuge werden wiederkehren.
Was aber hat es mit der seltsamen gelbgrünen Wolke auf sich, die mithilfe der Piloten des Warbird und der Tu-144 zur größten Bedrohung für die Menschheit werden soll? Und was hat Fracking damit zu tun?
Wenn »die Herrschaft über die Erde« zum Fluch wird …
Am 27. August 1973 um 19:23 Uhr verschwanden über der Wüste Karakum in Turkmenistan ein Warbird und eine Tupolew Tu-144 spurlos in einer blitzenden gelbgrünen Wolke, die aus dem Erdreich drang.
Genau fünfzig Jahre später wird diese auf dem Frankfurter Flughafen erneut ausbrechen, und auch die beiden Flugzeuge werden wiederkehren.
Was aber hat es mit der seltsamen gelbgrünen Wolke auf sich, die mithilfe der Piloten des Warbird und der Tu-144 zur größten Bedrohung für die Menschheit werden soll? Und was hat Fracking damit zu tun?
Leseprobe
»Dominium Terrae – Der Fluch der Menschheit«
von Shada Astart u.a.
»Dominium Terrae – Der Fluch der Menschheit«
von Shada Astart u.a.
27. August 2023, 19:23 Uhr
Shada Astart
Shada Astart
Der Boden unter Ilse Seher begann zu vibrieren. Sie war auf dem Weg ins Büro, um ihren Dienst anzutreten, als sie das Zittern unter ihren Füßen bemerkte. Erst ganz leicht, doch mit jeder Sekunde, mit jedem Schritt, den sie tat, wurde es stärker.
»Was …?«
Ein seltsam dumpfes Rumpeln, das nachhallte und mit der noch stärker werdenden Vibration in Verbindung zu stehen schien, erfüllte jäh die Luft und unterbrach sie. Es folgte ein Knall wie bei einem gewaltigen Donnerschlag. Die damit einhergehende Erschütterung des Gebäudes ließ sie taumeln. Fast hätte sie das Gleichgewicht verloren, doch zwei starke Arme griffen von hinten nach ihr und hielten sie aufrecht.
Bevor sie sich jedoch bei ihrem Kollegen Karl Münch bedanken konnte, wurde ihre Aufmerksamkeit auf das, was sich draußen vor den großen Panoramafenstern abspielte, gelenkt.
Auf der Baustelle neben dem Flughafengelände schoss in der Sekunde etwas aus dem Boden, das dem Gas sehr ähnelte, welches dort schon mal entwichen war. Nur dass es sich diesmal zu einer immer dichter und größer werdenden Wolke verband, in der es gefährlich gelblich zu blitzen begann, je größer sie wurde.
Heilige Maria, schoss es Ilse durch den Kopf, während sie sich von Karl löste und an die Scheiben herantrat. Das kann doch nicht wahr sein. Genau so haben die Wolken ausgesehen, die in meinem Traum über die Erde zogen. Ist das jetzt vielleicht unser aller Ende?
»Was um Himmels willen ist das?«, schrie Karl Münch über das noch immer anhaltende Rumpeln hinweg. Er wollte Ilse gerade von den Fenstern wegziehen, als sich im Inneren der seltsamen Wolke etwas tat. Irgendwas schoss plötzlich, begleitet von heftigem Geblitze, aus den dichten Schwaden heraus, verschwand jedoch sofort wieder aus seinem Blickfeld. Dennoch meinte Karl einen Flieger aus dem Zweiten Weltkrieg erkannt zu haben.
Ein Warbird? Er kam nicht dazu, weiter darüber nachzudenken, da sich etwas Großes im Inneren des wolkenartigen Gebildes zu materialisieren schien. Mit jeder Sekunde und mit jedem erneuten Blitz, der durch den Dunst zuckte, wurde das Bild deutlicher.
Als sich die zur Landung gesenkte Nase aus der gelbgrünen Wolke schälte und die ausgeklappten Canards zum Vorschein kamen, sog Karl Münch die Luft scharf ein. Er packte Ilse, die mit offenem Mund auf das seltsame Schauspiel vor den Fenstern starrte, am Oberarm und zog sie mit sich, noch bevor die Tupolew auf der Landebahn des Flughafens Frankfurt zum Stehen kam.
»Hallo!«, rief Igor Kasakow, winkte aus dem Cockpitfenster und fing im selben Moment an zu lachen. »Schau mal, die laufen alle wie die Irren durcheinander und schreien rum.«
»Hör halt auf!«, schalt ihn Waleri Jefimow. »Wie würdest du denn reagieren, wenn plötzlich …«
»Sei nicht so ’ne Spaßbremse.« Er schlug seinem Kumpel mit der Faust auf den Oberarm. »Willst du was zu trinken?« Igor schnallte sich ab und erhob sich – nicht ohne noch einmal aus dem Fenster zu winken.
Jefimow verdrehte die Augen. »Jetzt bleib sitzen, wir starten sowieso gleich wieder. Alexander muss jeden Augenblick über uns hinwegfliegen.«
»Quatsch, das dauert noch. Sie hat ihm befohlen eine große Schleife zu fliegen, um Sie gleich über ganz Frankfurt zu verteilen. Also, wie sieht’s aus, auch ein Schlückchen Wodka? Ich brauch jedenfalls eines oder zwei … oder drei. Fünfzig Jahre ohne ein Tröpfchen – wie konnte ich das nur aushalten«, babbelte er vor sich hin und verließ das Cockpit, ohne eine Antwort von Waleri abzuwarten.
Jefimow seufzte kurz und schüttelte leicht den Kopf, als er die Stimme seines Co-Piloten aus der Kabine vernahm.
»Na ihr Schnapsleichen, habt ihr mir was übrig gelassen? … Wehe, Sie hat den Wodka nicht wieder materialisiert, dann streike ich und …«
Der Rest seines Gemurmels verlor sich irgendwo im hinteren Teil der Tu-144 und mischte sich mit dem Geklapper von Flaschen.
…
»Es kann losgehen, Waleri! Oh Mann, wenn die wüssten, was ihnen gleich blüht!«
Igor Kasakow warf sich neben ihn auf den Sitz des Co-Piloten, klemmte sich eine angebrochene Wodkaflasche zwischen die Oberschenkel und rieb die Hände in freudiger Erwartung, wie es schien, aneinander.
»Na, wirklich kein Schlückchen, bevor die Party steigt?«
»Reich rüber! Gibst ja doch keine Ruhe sonst.« Waleri griff nach der Flasche und nahm einen kräftigen Schluck. Er gab es ungern zu, aber auch er hatte die benebelnde Wirkung des Alkohols vermisst in den fünfzig Jahren als … Ja, als was eigentlich?
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Igor ihn am Arm rüttelte und ihm die Flasche aus der Hand nahm.
»Ich glaube, es geht los. Guck mal.«
Tatsächlich kam noch mehr Bewegung in das Chaos der kreuz und quer über das Rollfeld rennenden Menschen. Als sie gelandet waren und auf eine der Parkpositionen rollten, konnten sie beobachten, wie Polizei sowie Feuerwehr die im Einsatz befindlichen Frauen und Männer inklusive aller Fahrzeuge auf die Rollbahn beorderten. Noch bevor sie zum Stehen kamen, waren sie regelrecht umzingelt von schwerem Gerät. Bewaffnete Beamtinnen und Beamte sprangen aus oder von den Fahrzeugen und richteten die Waffen auf die Tu-144 und ihre Piloten. Doch Waleri und Igor wussten, dass ihnen diese nichts anhaben konnten. Auch die schnell errichteten Sperren aus diversen Fahrzeugen, die sie von einem eventuell geplanten Start abhalten sollten, würden ihnen nichts nützen.
Als sich der gelbgrüne Dunst langsam über die Bewaffneten senkte, winkte Kasakow ein letztes Mal grinsend aus dem Cockpitfenster. Er wusste, was gleich passieren würde. »Da ist der Warbird!«, rief er dann und hielt jubelnd die Wodkaflasche hoch.
Im selben Moment startete Jefimow die Turbinen für den Senkrechtstart.
»Albert!«, schrie Ilse, das Smartphone am Ohr, gegen den Lärm, der um sie herum herrschte, an. Von überallher strömten ihre Kolleginnen und Kollegen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Flughafens sowie angekommene oder noch wartende Fluggäste auf die Gänge, liefen zum Teil erschrocken, zum Teil verängstigt, zum Teil ebenso überfordert mit der Situation wie sie durcheinander. Menschen wurden angerempelt, umgerannt, weggestoßen. Schreie wurden laut, panisches Kreischen mischte sich darunter. Sie vernahm auch die kräftige Stimme ihres Kollegen Karl Münch, der vergeblich versuchte, sich irgendwie Gehör zu verschaffen, denn auch er ahnte bereits, dass die Stimmung am Kippen war. Die Angst der meisten Menschen im Gebäude wirkte ansteckend, drohte in Panik umzuschlagen. Und das würde mit Sicherheit in einer Katastrophe enden, wenn diese nicht sowieso schon draußen in Form dieses seltsamen Wolkengebildes lauerte. Was um Himmels willen geschah hier nur? Wo kam dieses Flugzeug her, das es längst nicht mehr geben sollte? Man hatte die Tu-144 – ja, Ilse hatte den Flugzeugtyp sofort erkannt – wie auch die Concorde aus dem Verkehr gezogen. Und das nicht erst seit gestern. Waren sie hier einer neuen Art des Terrorismus ausgesetzt? War der Flieger eine tickende Zeitbombe, dieser gelbgrüne, noch immer blitzende Nebel, der sich langsam weiter ausbreitete und auch bereits ins Gebäude eindrang, nur eine Begleiterscheinung? Ein Ablenkungsmanöver?
Ilse versuchte sich einen Weg durch die ihr entgegenkommenden Menschen zu bahnen und dabei mit ihrem Mann zu telefonieren. »Albert, du musst sofort herkommen! Hier ist die Hölle los und … die Wolke … Es gibt sie, sie ist hier! … Stell jetzt bitte keine weiteren Fragen, komm einfach her, so schnell es geht. Ich befürchte, dass …« In dem Moment wurde sie unsanft angerempelt und das Smartphone entglitt ihren zitternden Fingern. Noch bevor es auf dem Boden irgendwo zerschmetterte, verspürte sie einen harten Schlag gegen den Kopf und es wurde dunkel um sie herum. Das Letzte, was sie mitbekam, war ein laut in ihren Ohren widerhallender Schuss.
Der Flug des Falken
Oliver Borchers
Oliver Borchers
1.
»Viel los heute, nicht wahr?« Ich deutete auf den Wendehammer der Landebahn, wo eine einmotorige Piper drehte und auf den Rollweg zusteuerte. Vor ihr befand sich eine Maschine eines Typs, den ich nicht kannte. Ich bestaunte die schlanken Linien der Motorhaube und den satten Sound, der mich an ein Jagdflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg erinnerte.
Paula runzelte die Stirn und nickte auf ihre hektische Art. Ihre streng zu einem Zopf zurückgebundenen Haare wippten. »Ja, stimmt. Ordentlich Bewegung. Allerdings sollten wir uns beeilen, damit wir aus dem Hangar sind, bevor der Warbird uns zustellt.«
Ich nickte. Tatsächlich steuerte das Flugzeug auf den Hangar zu und machte Anstalten, direkt auf dem Vorfeld zu halten. Ich zog kräftig an der Schleppstange, die mit dem Bugrad des Motorseglers verbunden war. Das Flugzeug vom Typ Scheibe Falke setzte sich in Bewegung, seine breiten Tragflächen erstreckten sich fast von einer Seite der Halle zur anderen. Schweiß bildete sich auf meinen Handflächen, wie immer, wenn ich nervös war.
Ich hatte zwar schon viele Flüge gemacht, doch seit meiner Ausbildung vor zehn Jahren hatte ich nie so lange pausiert. Fast zwölf Monate war es her, dass ich den Falken des Vereins zuletzt geflogen war. Würde ich der Fluglehrerin beweisen können, dass ich noch fliegen konnte, oder würde dieser Flug genauso ein Desaster werden wie viele Projekte in letzter Zeit? Würde ich mir selbst beweisen können, dass ich noch fliegen konnte? Adrenalin rauschte durch meine Adern, Schweiß floss über die Stirn, während ich das Bugrad auf den Streifen lenkte, der die Mitte des Hangars markierte. Ich hoffte, dass Paula meine Unsicherheit nicht bemerkte.
Die murmelte unzufrieden, als der Jagdflieger unsere Bemühungen missachtete und seinen Motor abstellte. Die Maschine blockierte unseren Weg. Durch das Cockpitfenster erkannte ich, dass sich der Pilot in aller Seelenruhe seinen Instrumenten widmete.
»Martin! Klopf mal an und sag ihm, er soll seinen Hintern woanders hinpacken!« Paulas Gesicht hatte eine rötliche Farbe bekommen, ganz ungewöhnlich für die Fluglehrerin, die trotz aller Hektik meistens gelassen reagierte. Sie warf eine ungebändigte Haarsträhne aus ihrem Gesicht und rückte ihre Brille zurecht.
Ich ließ die Schleppstange los und näherte mich dem Flugzeug. Durch das Fenster konnte ich das Display eines Tablets erkennen, das seitlich im Cockpit installiert war. Ich kannte die App, die dort angezeigt wurde, ich nutzte sie selbst. Auf der Karte Europas markierte ein blauer Punkt den Standort Paderborn. Ein Strich nach Norden kennzeichnete den Weg, den der Pilot vor sich hatte. Ich runzelte die Stirn. Unterhalb des blauen Punktes war ein seltsam schraffiertes Gebiet eingezeichnet, ähnlich einem Niederschlagsgebiet. Solch einen Farbton hatte ich noch nie gesehen und er passte auch nicht zu dem Wetterbericht, der klares Wetter versprach.
Ich klopfte an das Fenster. Der Mann zuckte zusammen und schaltete das Tablet ab. Dann blickte er mich gereizt an.
Ich lächelte freundlich und deutete auf den wartenden Falken hinter mir. Er verstand den Hinweis und bedeutete mir, zurückzutreten. Als er den Motor wieder anließ, lief ich zurück und ergriff die Schleppstange.
Einige Minuten später verriegelte ich die transparente Cockpithaube des Motorseglers, während sich im Sitz neben mir Paula mit dem Vier-Punkte-Gurt anschnallte. Ich saß im linken Pilotensitz, doch Steuerknüppel und Ruderpedale waren auch auf dem rechten Sitz verfügbar und gekoppelt, damit ein Fluglehrer eingreifen konnte. Meine Nervosität stieg, als ich die Checkliste nahm. Da ich nichts falsch machen wollte, prüfte ich manche Einstellungen doppelt.
Gereizt klopfte die Fluglehrerin gegen ihre gewaltige Fliegeruhr, deren dickes Lederband ziemlich locker saß. »Ich glaube, den Transponder-Code hast du bereits zweimal gecheckt. Der wird sich bestimmt nicht von selbst verstellen. Du bist wirklich schon lange nicht mehr geflogen, das merkt man.«
Verdutzt musterte ich sie kurz. So gereizt kannte ich sie eigentlich nicht.
»Stimmt«, sagte ich. »Ich wäre gern mehr geflogen, aber ich hatte gesundheitliche Probleme. Das Luftfahrtbundesamt und der Arzt haben mich jetzt erst wieder für tauglich erklärt.«
Bei der Erwähnung des Amtes verfinsterte sich ihr Blick weiter und sie murmelte etwas Unverständliches. Dann sagte sie: »Hör mir auf mit dem LBA. Ja, komm jetzt, lass uns fliegen!«
Ich arbeitete die letzten Punkte so schnell ab, wie ich konnte, dann startete ich den Motor. Ich teilte dem Tower mein Kennzeichen mit und meine Absicht, zur Piste 24 zu rollen.
Es dauerte eine Weile, dann reagierte der Flugleiter mit einem knappen »Okay!«.
»Ein bisschen mehr hätte er schon sagen können, wir haben schließlich viele Flugzeuge in der Luft. Mann, was ist heute eigentlich los?« Paula funkelte mich vorwurfsvoll an, als sei ich schuld an der Antwort des Mannes im Tower. »Es sind wohl nur noch Minimalisten unterwegs, wie? Ein echter Segen für die Sicherheit in der Luftfahrt!«
…
© Shada Astart, Oliver Borchers und Verlag der Schatten
»Dominium Terrae – Der Fluch der Menschheit«
von Shada Astart u.a.
ISBN (Taschenbuch):
978-3-98528-003-2
396 Seiten, Preis: 15,00 €
ISBN (epub): 978-3-98528-005-6
5,99 €
Wenn die Natur sich rächt …
Hat die Menschheit dann noch eine Chance?
Angaben zur Produktsicherheit:
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
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