"Das Wesen der Menschen" von Patrick Gold
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Detective Lorat Martinez wird von der Atlas-Union auf den weit entfernten Planeten Alcany geschickt, um den mysteriösen Tod eines jungen Wissenschaftlers aufzuklären. Nach und nach muss er feststellen, dass hinter dem Mord an Doktor Tony Newton eine Verschwörung gewaltigen Ausmaßes steckt. Und seine Ermittlungen konfrontieren ihn nicht nur mit seiner eigenen Vergangenheit, sondern offenbaren ihm auch das wahre Wesen der Menschen.
Taschenbuch
ISBN: 978-3-98528-032-2
312 Seiten, Preis: 16,00 €
E-Book (nicht hier im Shop erhältlich)
ISBN: 978-3-98528-033-9 (epub)
Preis: 4,99 €
Taschenbuch
ISBN: 978-3-98528-032-2
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Preis: 4,99 €
Leseprobe
»Das Wesen der Menschen«
von Patrick Gold
(Seite 83 - 90)
»Das Wesen der Menschen«
von Patrick Gold
(Seite 83 - 90)
…
Lorat klingelte an der Tür.
Ungeduldig wartete er darauf, dass ihm der erkrankte Wissenschaftler die Tür öffnete.
Nichts geschah.
Vorsichtig hielt er ein Ohr an die Tür, um zu lauschen.
Da ist definitiv jemand zu Hause.
Er klingelte ein weiteres Mal, gefolgt von einem energischen Klopfen an die Tür. »Doktor Montanis?«
Nach einer gefühlten Ewigkeit, schwang die Tür auf und ein junger Mann mit kurzen, schwarzen Haaren und mandelförmigen Augen stand vor ihm im Türspalt. Er trug ein blau-weißes Karohemd, geschmackvoll, aber zu förmlich, um sich damit vor den Fernseher zu parken. Die Ärmel hatte er hochgekrempelt, genau wie die Hosenbeine seiner schwarzen Jogginghose. Seine Füße steckten in bequemen, aber geschmacklosen braunen Crocs.
»Wer sind Sie?«, knurrte der junge Mann durch den Türspalt.
Lorat hatte sein Skyphone in der Hand, um sich auszuweisen.
Stirnrunzelnd schaute ihm der Wissenschaftler mit grimmigen Augen entgegen, dann sah er auf den Ausweis und wieder zurück zu Lorat.
»Wenn es denn sein muss«, sagte er und ließ den Detective in die Wohnung.
Doktor Montanis führte ihn ins Wohnzimmer. Alles war äußerst sauber und ordentlich gehalten. Die Kissen auf dem grauen Sofa lagen akkurat in beiden Ecken, der Glastisch in der Mitte glänzte wie Eis und im ganzen Zimmer roch es angenehm nach irdischen Blumen. Welche, das konnte Lorat nicht sagen.
Der Detective wunderte sich, wie ein alleinstehender Junggeselle in solch Ordnung und Sauberkeit leben konnte, erinnerte er sich doch an seine eigene chaotische Zeit, bevor er Lisa kennengelernt und geheiratet hatte.
Der Sprung vom Jungessellendasein zum Ehemann war vor allem eines gewesen, nämlich teuer. Lisa hatte sich gewünscht, traditionell auf der Erde zu heiraten. Das Hotel auf dieser kleinen Insel mitten im Pazifik für alle Hochzeitsgäste zu mieten, war bereits kostspielig genug für ihn gewesen. Als sie dann eine Band für die Trauung engagieren wollte, bat Lorat seine zukünftige Frau, etwas Günstigeres zu finden.
»Es wird auch ohne Band perfekt werden«, hatte er ihr versprochen, und so hatte sie sich durch das Overnet gekämpft, bis sie etwas fand, was ihren Ansprüchen gerecht wurde und gleichzeitig Lorats und ihren Geldbeutel schonte.
Der Detektiv wurde aus seinen Gedanken gerissen.
»Was wollen Sie?«, fragte ihn der junge Mann rüde.
»Ich bin wegen einiger Fragen zu Ihnen gekommen«, erklärte Lorat mit sanfter Stimme.
»Setzen Sie sich, Detective«, sagte Montanis nach einer kurzen Pause und ließ sich selbst in den breiten Sessel gegenüber dem Sofa fallen.
Lorat tat, wie ihm geheißen. »Sie können sich sicherlich denken, weswegen ich hier bin.«
»Nur allzu gut, Detective«, antwortete der Wissenschaftler und schlug die Beine übereinander. »Die Polizei hat mich längst zu Tonys Tod befragt. Sie verschwenden Ihre Zeit.«
Lorat lächelte dünn und lehnte sich über den blitzblanken Glastisch. »Machen Sie sich um mich keine Sorgen. Ich werde ohnehin nicht lange hierbleiben. Ich möchte Ihnen lediglich ein paar Fragen stellen.«
Seufzend verschränkte Doktor Montanis die Arme. »Wie Sie meinen.«
»Doktor Newton war Ihnen ein guter Freund und Kollege.«
»Er war mein bester Freund.«
»In diesem Fall möchte ich Ihnen mein Mitgefühl aussprechen.«
»Ihr Mitgefühl ist mir herzlich egal.« Montanis schüttelte den Kopf.
»Habe ich Sie verärgert?«
»Wie ich schon sagte, Sie vergeuden Ihre und auch meine Zeit.«
»Sie verbrachten viel Zeit zusammen, Sie und Doktor Newton, Doktor Barkley und Doktor Perry. Dort draußen in den Hügeln haben Sie nach etwas geforscht.«
»Sie waren im Institut«, stellte der junge Wissenschaftler fest.
»Das ist richtig. Möchten Sie mir sagen, was genau sie so weit draußen in der Wildnis getrieben haben?«
Montanis wippte mit dem Fuß auf und ab. Seufzend sagte er: »Wir haben Gesteinsproben gesammelt, heimische Gräser und Moose und einige Kleinsttiere untersucht.«
»Und? Etwas Außergewöhnliches dabei gefunden?«
»Wir wären wohl nicht so oft dort rausgefahren, wenn dem nicht so war.«
»Und was haben Sie entdeckt?«
»Zumindest nicht das Interesse, mich weiter mit Ihnen zu unterhalten.«
»Sondern?«
Montanis seufzte. »Qualzanit.«
»Entschuldigung?«
»Qualzanit, eine Art Speckstein, schwarz und womöglich vulkanischer Herkunft.«
»Ah ja, verstehe, eine Gesteinsart.«
»Genau, eine Gesteinsart. Suchen Sie nach einer bestimmten?«
»Vielleicht etwas Spektakuläreres als das.«
»Dann sind Sie hier leider an der falschen Adresse.«
Er ist nervös. Das sieht man ihm deutlich an. Wenn ich jetzt direkt nachfrage, wird er mich so oder so anlügen. Nein, ich muss es ihm anders entlocken.
»Ich habe mir gestern den Tatort angesehen. An sich habe ich nichts Auffälliges gefunden, bis auf eine Kerbe im Stein. Ein Schnitt, der wohl durch ein Stahlseil verursacht wurde. Haben Sie und Ihre Kollegen etwas Schweres den Felsen hinaufgezogen?«
»Kann man so sagen, ja«, bestätigte Doktor Montanis und schielte verdächtig oft auf die linke Lehne seines Sessels. »Wir hatten keine Genehmigung für eine Transportdrohne, daher haben wir unsere Forschungsgeräte mit einem Stahlseil den Canyon hinuntergelassen und so auch wieder herausgezogen.«
»Und das verursacht eine so tiefe Schneise im Stein?«
»Wir haben mehrere Geräte auf einmal an das Seil gebunden, um Zeit zu sparen. Die wiegen eine Menge, wie Sie sich vorstellen können.«
»Sie hatten eine beachtliche Anzahl an Maschinen dabei, wie ich erfahren hab.«
»Wir waren eben äußerst gründlich.«
Lorat lehnte sich entspannt nach hinten. »Sie wissen nicht zufällig, wo Ihre verschwundene Kollegin Doktor Emilia Barkley zu finden ist?«
»Können sich AU und Polizei nicht absprechen? Nein, ich weiß es nicht.« Er wurde zunehmend zornig. »Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Außerdem bin ich es satt, die immer gleichen Fragen beantworten zu müssen.«
Die Hand des wütenden Mannes wanderte auffällig langsam unter die Armlehne des Sessels, was Lorat nicht entging.
»Ich verstehe das«, sagte der Detective.
»Dann fragen Sie mich gefälligst was anderes.«
»Schwebt Ihnen da etwas Bestimmtes vor?«
Doktor Montanis kniff die Augen zusammen. »Ich hätte es besser wissen müssen …«
»Was ist mit Walter Perry? Kennen Sie sein Motiv für den Amoklauf?«
»Woher soll ich das denn wissen?«
»Sie waren einer seiner engsten Freunde, oder etwa nicht?«
Montanis’ linkes Auge zuckte merklich. »Hören Sie, dieser Spinner ist nicht mehr mein Freund. Er ist ein verdammter Mörder.«
Er weiß angeblich nichts und gibt nur knappe Antworten. Dich erwische ich noch, mein Freund. Keine Sorge.
»Sie waren es, der Doktor Newtons Leiche gefunden hat. Wie haben Sie ihn entdeckt?«
»Ich habe nach ihm gesucht und ihn schließlich auch gefunden.«
»Und?«
»Was und?«
»Ist Ihnen etwas aufgefallen?«
»Er war tot, das ist mir aufgefallen.«
»Doktor Montanis«, sagte Lorat und leckte sich dabei über die Lippen. »Sind Sie darüber im Bilde, was Ihren Freund getötet hat?«
»Angeblich soll es Gift gewesen sein«, antwortete Montanis.
»Die Pflanze, von der das Gift stammt, ist nicht auf Alcany beheimatet«, erklärte der Ermittler, der stets die Hände des Wissenschaftlers im Auge behielt. »Einen Unfall kann man daher ausschließen. Womöglich nahm er sich selbst das Leben, immerhin gab es einen Abschiedsbrief.«
»Und trotzdem sitzen Sie hier und stellen mir diese bescheuerten Fragen«, seufzte Doktor Montanis genervt.
»Gab es denn etwas, das ihn dermaßen belastet hat, dass er sich mit einem Gift das Leben nimmt? Wenn ich mich selbst umbringen wollen würde, wäre das vermutlich nicht meine erste Wahl. Und mal ehrlich, wenn ich für eine Frau schwärme, bringe ich mich doch nicht gleich um, sollte diese Liebe nicht erwidert werden.«
Der junge Mann kniff verärgert die Augen zusammen. »Wie können Sie so respektlos über ihn sprechen?«
Lorat schüttelte den Kopf. »Ich stelle Ihnen lediglich Fragen. Möchten Sie denn nicht, dass der Fall aufgeklärt wird?«
Lorat erntete einen tödlichen Blick.
»Was gibt es denn da noch zu klären?«, fauchte Gesu Montanis wütend.
»Ihr Freund ist unter mysteriösen Umständen gestorben.«
»Danke, aber das weiß ich selbst.«
Lorat sah dem Wissenschaftler tief in die Augen. Immer wieder wandte Montanis den Blick von ihm ab.
»Und das beunruhigt Sie nicht?«, fragte er.
Montanis schnaubte verächtlich. »Klar tut es das! Ich fürchtete um mein Leben«, erklärte er dem Ermittler. »Es war das erste Mal, dass ich eine Leiche in echt gesehen habe. Die Abschiedsnachricht hatte ich erst nach meiner Rückkehr erhalten.«
»Wieso fürchteten Sie um Ihr Leben, nachdem Sie die Leiche eines Mannes entdeckt hatten, der angeblich Selbstmord begangen hat?«
»Ist eben so«, gab Montanis zischend zurück. »Meine Gefühlswelt geht Sie einen feuchten Dreck an. AU-Bulle …«
…
© Patrick Gold und Verlag der Schatten
»Das Wesen der Menschen«
von Patrick Gold
ISBN (Taschenbuch): 978-3-98528-032-2
316 Seiten, Preis: 16,00 €
ISBN (epub): 978-3-98528-033-9
Preis: 4,99 €
Science-Fiction-Krimi mit Verschwörung und unerwartetem Ende.
»Das Wesen der Menschen«
von Patrick Gold
ISBN (Taschenbuch): 978-3-98528-032-2
316 Seiten, Preis: 16,00 €
ISBN (epub): 978-3-98528-033-9
Preis: 4,99 €
Science-Fiction-Krimi mit Verschwörung und unerwartetem Ende.
Angaben zur Produktsicherheit:
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
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