Die Chronik der Dämonenfürsten - Teil 6: Die Regenten der Hölle
Wenn die Dämonenfürsten die Welt beherrschen ...
Teil 6 der Heptalogie "Die Chronik der Dämonenfürsten" von Monika Grasl.
Den Anschlag hat er überlebt. Doch wird sich Luzifer nun auch gegen seine bevorstehende Absetzung – und dem damit verbundenen Auftauchen der übrigen sechs Regenten der Hölle – behaupten können?
Eine Schlacht naht und sie bringt Veränderungen mit sich, weitab von allem bisher Geschehenen. Am Ende wird sich zeigen, welche Dämonenfürsten tatsächlich treu hinter Luzifer stehen. Kann er gegen Satan bestehen und seinen Ruf als Herrscher der Unterwelt erhalten? Und welche Regenten spielen möglicherweise ihr ganz eigenes Spiel?
Die Heptalogie besteht aus Teil 1 "Die Engel des Todes", Teil 2 "Die Herrschaft der Dämonenfürsten", Teil 3 "Der Krieg der Cherubim", Teil 4 "Mit himmlischem Beistand in die Hölle", Teil 5 "Der siebte Thron", Teil 6 "Die Regenten der Hölle" und Teil 7 "Das Buch von Leben und Tod".
Taschenbuch
ISBN: 978-3-98528-028-5
368 Seiten, Preis: 17,00 €
E-Book (nicht hier im Shop erhältlich)
ISBN: 978-3-98528-029-2
Preis: 5,99 €
Teil 6 der Heptalogie "Die Chronik der Dämonenfürsten" von Monika Grasl.
Den Anschlag hat er überlebt. Doch wird sich Luzifer nun auch gegen seine bevorstehende Absetzung – und dem damit verbundenen Auftauchen der übrigen sechs Regenten der Hölle – behaupten können?
Eine Schlacht naht und sie bringt Veränderungen mit sich, weitab von allem bisher Geschehenen. Am Ende wird sich zeigen, welche Dämonenfürsten tatsächlich treu hinter Luzifer stehen. Kann er gegen Satan bestehen und seinen Ruf als Herrscher der Unterwelt erhalten? Und welche Regenten spielen möglicherweise ihr ganz eigenes Spiel?
Die Heptalogie besteht aus Teil 1 "Die Engel des Todes", Teil 2 "Die Herrschaft der Dämonenfürsten", Teil 3 "Der Krieg der Cherubim", Teil 4 "Mit himmlischem Beistand in die Hölle", Teil 5 "Der siebte Thron", Teil 6 "Die Regenten der Hölle" und Teil 7 "Das Buch von Leben und Tod".
Taschenbuch
ISBN: 978-3-98528-028-5
368 Seiten, Preis: 17,00 €
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ISBN: 978-3-98528-029-2
Preis: 5,99 €
Leseprobe
»Die Chronik der Dämonenfürsten – Teil 6: Die Regenten der Hölle«
von Monika Grasl
»Die Chronik der Dämonenfürsten – Teil 6: Die Regenten der Hölle«
von Monika Grasl
Die sieben Todsünden werden wir genannt. Doch sind wir Laster, wenn wir unserem Umfeld lediglich einen Spiegel vorhalten?
Satans Frage an die Welt.
Satans Frage an die Welt.
(Seite 51 - 75)
Leviathan
Leviathan
Die Großadmiralin hielt auf die Küstenstadt zu. Sachte umschlang das Wasser ihren Körper. Sie hatte sich vor Stunden auf den Weg gemacht. Dass Drammen ihr Ziel darstellte, wusste jeder der übrigen Regenten. Nun, fast jeder. Denn Asmodai hatte sich aus dem Spiel um die Herrschaft genommen. Der hochrangige König war ein Zauderer. Er scharte eine große Armee um sich und fing damit nichts an. Ein Verhalten, welches Leviathan unverständlich war. Es blieb nur zu hoffen, dass Graf Bifrons in der Hinsicht klüger handelte. Doch vermutlich war jeder mehr Manns als Asmodai.
Leviathans Abneigung gegen den König rührte aus einem bestimmten Grund heraus. Es war Neid. Sowohl auf seine Stellung als auch auf die Anhängerschaft, die ihn begleitete. Aus beidem schlug er keinen Profit. Abgesehen davon war da noch ein Umstand, der Leviathan zur Weißglut trieb: Asmodai hatte sie zurückgewiesen.
An dem Tag, als sie aus dem Himmel verbannt wurden, hatte er sie von sich gestoßen. Als sei sie nichts mehr wert. Man hätte glauben können, der König wäre auf der Suche nach einer besseren Geliebten. Aber weder einer gewöhnlichen Dämonin noch Belphegor hatte er sich zugewandt. Selbst Astarte war unbeachtet geblieben. Was Leviathan durchaus befürwortete. Der gespaltenen Persönlichkeit war sowieso nicht zu trauen. Doch nun, wo die Welt von ihnen beherrscht wurde, hatte sich Asmodai dazu herabgelassen, eine Menschenfrau an seiner Seite zu dulden. Was für eine Schmach, wenn man bedachte, wen er bei sich hätte haben können. Sie war eine Schönheit. Ihre Gestalt war unbeschreiblich. Ihr Kopf glich einem Krokodil, der Leib ähnelte einem Wal und der Schwanz kam jenem einer Schlange äußerst nahe. Kurzum: Jeder Dämonenfürst hätte sich ihr hingegeben. Davon war Leviathan überzeugt.
Die Erinnerung an Asmodai und seine Abweisung ließ in ihr eine alte Wut aufsteigen. Das Wasser rund um sie begann sich in großen Wellen zu bewegen, während sie weiter auf die Stadt Drammen zuhielt. Sie müsste vorsichtig sein. Eine falsche Bewegung, eine Wellenbewegung zu viel, und die Stadt wäre dem Untergang geweiht. Aber diese Aussicht bestand so oder so, wenn sich Bifrons gegen Satan stellte. Leviathan bräuchte dazu keine Erlaubnis des Gottes der Hölle. Sie schiss darauf, wenn nötig. Jeder, der sich gegen Satan und somit die übrigen Regenten stellte, war es ohnehin nicht wert, auf dieser Welt zu verbleiben, und das würde sie Bifrons deutlich machen.
Ihre Seeungeheuergestalt näherte sich den Überresten des alten Hafens. Selbst heute noch war die Gegend für den Fischfang bekannt. Außerdem verfügte Graf Bifrons über die beste Schiffsflotte. Doch das nützte ihm bei einem Widerstand gegen Satan nichts. Dafür würde Leviathan sorgen.
Fackeln zierten die Hafenmauer. Die Sterne über ihr geleiteten Leviathan den Weg. Bald würde sich zeigen, was der Graf von ihrer Ankunft um diese Zeit hielt. Dann, wenn man ihn aus dem Bett holte. Überraschungen zu bereiten, waren Leviathans liebste Handlungen. Und je weniger Zeit dem Grafen blieb, um eine Entscheidung zu fällen, desto eher folgte er Satan. Das war zumindest ihre Überzeugung.
»Feuer!«
Neben Leviathan schlug etwas Schweres ins Wasser ein. Die Begrüßung fiel berauschend aus. Konnte es sein, dass man sie nicht erkannte? Sie hob den Blick und fletschte die Zähne. Bifrons’ dämonische Gestalt stand in der Nähe des Steges. Der Graf kannte die Regenten. Jeder Dämonenfürst wusste um das Auftreten der sieben. Also warum wurde sie angegriffen? War der Bastard etwa von Sinnen? Außerdem, was suchte er hier? Seit wann vergnügte er sich um diese Zeit nicht mit den Huren, die er für sich beanspruchte? War er gar von ihrem Auftauchen unterrichtet? Das war unmöglich. Sie hatte sich bisher unter Wasser gehalten. Niemand hätte sie sehen können. Also, was suchte der Graf hier?
»Was soll das werden, Bifrons? Seid Ihr darauf aus, Euch gleich mit mir zu messen?« Ihre Stimme schallte über das Wasser hinweg zum Hafen. Sie machte eine ruckartige Bewegung beim Grafen aus, als erkenne er sie tatsächlich erst jetzt. Aber das war unmöglich. So lange lag ihre Abwesenheit von der Erde nicht zurück. Oder doch? Konnte es sein, dass sie alle mittlerweile in Vergessenheit geraten waren? Falls ja, was bedeutete dies später für Satans Regentschaft? Wäre er überhaupt als alleinige Gottheit geachtet? Oder war er ebenfalls längst in die Lethe der Erde geraten?
»Großadmiralin? Seid Ihr es fürwahr?«
Sie näherte sich dem Steg. Das Wasser schwappte auf die Steinmauer empor. Zugleich nickte sie knapp. »In der Tat, Graf. Was war das gerade für eine Begrüßung? Wolltet Ihr mir damit etwas sagen?«
Bifrons versteifte sich sichtbar. Das dämonische Monster streckte den Rücken durch und versuchte sich eine ernste Miene zu verleihen. Das scheiterte kläglich.
Leviathan war davon nicht beeindruckt. Es sah sogar lächerlich aus. Immerhin war Bifrons um drei Köpfe kleiner als ein gewöhnlicher Mensch. Andere hätten ihn vermutlich als Zwerg bezeichnet. Der Graf besaß allerdings die kranke Vorliebe, Leichen auf dem Friedhof herumzutragen. Dieser Neigung frönte er in regelmäßigen Abständen. Er machte sich einen Spaß daraus, die Toten in andere Gräber zu legen, sie auferstehen zu lassen und dann ihre verwirrten Gesichter zu betrachten. Einzig das Ausgraben überließ er seinen Untergebenen. Mit einem halb abgefaulten Arm konnte er eine Schaufel zwar halten, aber nicht damit graben. Ein Teil des Gesichts fehlte ebenfalls. Es gab den Blick auf einen grauen Knochen frei, in dem sich ein Auge bewegte, welches einen dunkelgrünen Glanz besaß.
»Was verschafft meiner Stadt und mir die Ehre, Euch begrüßen zu dürfen?«
»Begrüßen? Ich hoffe doch, jeder wird mit einer Kanonenkugel empfangen. Ansonsten bin ich durchaus geneigt, beleidigt zu sein, Graf.«
Bifrons versuchte immer noch unbeteiligt zu wirken, als er erwiderte: »Jeden ereilt eine Kanonenkugel. Ob es sich um Feind oder Freund handelt, ist so am deutlichsten festzustellen. Feinde schießen zurück, Freunde nicht.«
Was für eine Einstellung zum Leben. Als geborener Kanonier besaß Bifrons diese Überzeugung bereits vom ersten Tag an. Immerhin war er der Einzige unter den Dämonenfürsten, der Schießpulver besaß. Angeblich lagerten viele Fässer davon unter seiner Stadt. Aus der alten Zeit, als die Welt noch den Menschen gehört hatte. Soweit Leviathan unterrichtet war, versuchte sich jeder gut mit Bifrons zu stellen, um an diese seltene Ware zu gelangen.
»Nun, wenn das so ist …«, gab sie unbeeindruckt zurück. »Aber um auf Eure Frage zurückzukommen, Ihr werdet es Euch wohl denken können, nicht wahr? Immerhin machen Gerüchte die Runde. Ihr sollt einige Tage den früheren Erzengel bei Euch beherbergt haben. Gabriel ist gefallen, so wie wir einst. Nicht mehr Gottes Liebling. Also warum glaubt Ihr wohl, bin ich hier?«
»Wenn Ihr Gabriel sucht, er ist nicht mehr hier, wie Ihr treffend anmerktet. Ich weiß nicht, wo er hin ist. Der Todesengel hat ihn auf ein Schiff gesetzt und …«
Leviathan schüttelte sachte den Kopf. »Gabriel interessiert niemanden. Es geht um Luzifer. Ihr habt gewiss erfahren, was ihm zuteilwurde.«
»Eine bedauerliche Sache. Aber damit hatte ich nichts zu schaffen«, verteidigte sich Bifrons entschieden.
»Oh, ich bitte Euch, Graf«, gab Leviathan freundlich zurück. »Ich bin doch nicht hier, um über Euch zu richten. Selbst wenn Ihr Eure dreckigen, fauligen, von Wiedergängern zerfressenen Finger im Spiel gehabt hättet, wäre es mir gleich. Ich würde Euch dafür sogar einen ausgeben. Mein Besuch ist von weit anderer Natur. Satan sieht unseren Stellvertreter für die Welt nicht mehr für fähig an. Ich hoffe doch, Ihr teilt diese Meinung.«
»Wenn Ihr mir drohen wollt, Großadmiralin, dann macht es deutlich. Ansonsten bin ich mir unschlüssig, ob Euch nicht doch noch eine Kanonenkugel trifft.«
Die Schärfe in Bifrons Stimme war kaum zu überhören. Dennoch hielt Leviathan sich an einem Lächeln. Gerade genug, um es zu sehen. Und doch so vage, dass man sich ihrer nächsten Handlung nicht sicher sein konnte.
»Wie viele Dämonen sammelt Ihr gegenwärtig unter Eurem Befehl?«, fragte sie jäh.
Der Themenwechsel irritierte Bifrons sichtlich. Doch er schüttelte sogleich den Kopf. »Das ist meine Sache. Ihr solltet nur davon ausgehen, dass Ihr bei einer weiteren Drohung gegen mich nicht lebend zu Satan zurückkehrt.«
»Ihr stellt Euch also gegen ihn?«, zischte Leviathan wütend.
»Nein«, gab Bifrons schnell zurück.
Ihr Kopf ruckte überrascht vor. Hatte der Graf sie gerade überlistet? Es wäre erstaunlich. Aber wirklich verwunderlich auch nicht. Immerhin war Bifrons ein undurchschaubares Wesen. Zwergen sagte man ohnehin eine gewisse Eigensinnigkeit nach. Trotzdem wollte sie sichergehen. »Dann unterstützt Ihr Satan. Ihr werdet für Luzifers Abdankung stimmen.«
»Nein.«
Nun war sie richtig verwirrt. Wollte der Bastard sie verarschen? Wer war er denn? Ein verdammter Kleinwüchsiger, der vermutlich gerade genügend Dämonen befehligte, um dieses Kaff zu halten.
»Sagt deutlich, auf welcher Seite Ihr steht, Graf!«, fauchte sie ihn an.
Bifrons bewegte den Kopf, wobei man seine Wirbel knacken hörte. Sollte sie das jetzt beeindrucken? Es war nicht der Fall. Und das machte Leviathan deutlich, indem sie mit der Flosse auf das Wasser einschlug.
»Ich denke, Ihr versteht sehr gut, was ich mit meinen Worten ausdrücken will«, hielt Bifrons dagegen. »Ich bin weder Satan noch Luzifer untergeben. Ich bin ein Herrscher über eine Stadt. Die Einzigen, denen ich verpflichtet bin, sind meine Leute: die Menschen, die hier leben und meine Dämonen. Mich interessiert es einen verdammten Dreck, wer von euch sieben auf dem Thron sitzt. Genauso ist es mir gleich, wer von euch dem ehemaligen Erzengel in den Arsch kriechen wird, um zu bekommen, was ihr wollt. Also verschwindet jetzt aus meiner Stadt oder Ihr erlebt den Sonnenaufgang nicht mehr.«
Leviathans Augen huschten zum Horizont. War es so dumm gewesen, des Nachts hier aufzutauchen? Es machte den Anschein. Doch nun gab es kein Zurück mehr. Schließlich hatte Bifrons ihr gerade mit dem Tod gedroht und das nahm sie keinesfalls so hin.
»Ihr habt soeben eine Regentin bedroht. Ihr habt öffentlich verkündet, dass ich in Eurer Stadt den Tod finden werde. Ich gebe Euch hier und jetzt die Gelegenheit, Eure Worte zurückzunehmen. Noch ist es nicht zu spät.«
Bifrons trat den Steg entlang. Ein Stück näher und Leviathan könnte ihn mit einem einzigen Bissen verschlingen. Doch den Gefallen erwies er ihr nicht. Er blieb außerhalb ihrer Reichweite stehen und starrte sie an. Dabei konnte sie in dem dunkelgrünen Auge einen eigentümlichen Glanz erkennen. Es war der Ausdruck von Hochmut. Von wegen, er stünde nicht auf Luzifers Seite. Jeder Anhänger des Stellvertreters war von Hochmut erfüllt, also konnte sich Bifrons seine Lügen in den Arsch schieben.
»Ich gehe sogar einen Schritt weiter, Leviathan«, knurrte das dämonische Monster. »Ich werde dich schlachten. Ich werde ein Fest geben, bei dem ich dein Fleisch meinen Dämonen vorsetze. Damit wird der Neid, der durch dein vergiftetes Blut fließt, endgültig von der Welt getilgt sein.«
© Monika Grasl und Verlag der Schatten
»Die Chronik der Dämonenfürsten – Teil 6: Die Regenten der Hölle«
von Monika Grasl
ISBN (Taschenbuch): 978-3-98528-028-5
368 Seiten, Preis: 17,00 €
ISBN (epub): 978-3-98528-029-2
Preis: 4,99 €
Angaben zur Produktsicherheit:
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
Hersteller:
Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
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