"Das Pegasosgen - Marias Geheimnis" von Eve Grass
Sind die Geschchten über fliegende Pferde nur Legenden oder gibt es sie wirklich?
»Diejenigen, die ihre Nüstern in den Aufwind am Morgen strecken, die werden aussterben! …« (Maria Cortéz)
Als die fünfzigjährige Pferdenärrin Rike mit ihrem Mann Hannes nach Spanien auswandert, ahnt sie noch nicht, dass sie bald Bekanntschaft mit einer blinden, alten Dame machen wird, deren Geschichten ihre Welt komplett auf den Kopf stellen werden. Maria Cortéz und ihr Lebensgefährte José hüten nämlich ein Geheimnis, das bereits seit der Antike versucht wird, vom Großteil der Weltbevölkerung zu verbergen.
»Das Pegasosgen« von Eve Grass ist ein Roman, der Realität und Fantasie, Hoffnungen und Wünsche mit den Problemen des Alltags mischt. Und er lässt ein mythisches Wesen auferstehen, das so alt ist wie der Traum vom Fliegen.
Teil 2 der Trilogie finden Sie hier: "Velludo", Teil 3 hier: "Alte Himmelsrechte".
Taschenbuch
ISBN: 978-3-946381-32-7
536 Seiten, Preis: 16,95 €
E-Book (nicht hier in Shop erhältlich)
ISBN: 978-3-946381-34-1 (epub
)Preis: 5,99 €
Die fantastische Trilogie von Eve Grass geht dieser Frage nach und lüftet ein seit der Antike gut gehütetes Geheimnis.
Die Trilogie besteht aus: "Marias Geheimnis", "Velludo" und "Alte Himmelsrechte.
Die Trilogie besteht aus: "Marias Geheimnis", "Velludo" und "Alte Himmelsrechte.
»Diejenigen, die ihre Nüstern in den Aufwind am Morgen strecken, die werden aussterben! …« (Maria Cortéz)
Als die fünfzigjährige Pferdenärrin Rike mit ihrem Mann Hannes nach Spanien auswandert, ahnt sie noch nicht, dass sie bald Bekanntschaft mit einer blinden, alten Dame machen wird, deren Geschichten ihre Welt komplett auf den Kopf stellen werden. Maria Cortéz und ihr Lebensgefährte José hüten nämlich ein Geheimnis, das bereits seit der Antike versucht wird, vom Großteil der Weltbevölkerung zu verbergen.
»Das Pegasosgen« von Eve Grass ist ein Roman, der Realität und Fantasie, Hoffnungen und Wünsche mit den Problemen des Alltags mischt. Und er lässt ein mythisches Wesen auferstehen, das so alt ist wie der Traum vom Fliegen.
Teil 2 der Trilogie finden Sie hier: "Velludo", Teil 3 hier: "Alte Himmelsrechte".
Taschenbuch
ISBN: 978-3-946381-32-7
536 Seiten, Preis: 16,95 €
E-Book (nicht hier in Shop erhältlich)
ISBN: 978-3-946381-34-1 (epub
)Preis: 5,99 €
Leseprobe
»Das Pegasosgen – Marias Geheimnis«
von Eve Grass
(Seite 92 – 95)
»Das Pegasosgen – Marias Geheimnis«
von Eve Grass
(Seite 92 – 95)
…
»Hört mich an, Leute von Ithrakus!« Bellerophons Stimme war laut und klar. Er war überzeugt, dass er den Dorfbewohnern Mut zusprechen konnte. »Der Olymp hat gebebt, und es gab viel Zerstörung. Aber das hat nichts mit dem Zorn der Götter zu tun. Manchmal geht die Natur ihre eigenen Wege. Sie ist launisch, und wir Menschen müssen sie trotzdem respektieren.« Der junge Mann versuchte, in den Gesichtern der Einwohner zu lesen, doch viele blickten zu Boden, und er konnte spüren, dass sie ihm noch nicht vertrauten. »Ich werde euch helfen, euer Dorf wieder aufzubauen.«
In diesem Moment trat eine Frau nach vorn. Sie hatte ein Neugeborenes fest an ihre Brust gedrückt, und ihr Gesicht zeugte von Hunger und Leid. »Du denkst falsch, Fremder«, rief sie aus. »Zeus hat uns bestraft. Die Taten des Dorfvorstehers haben ihn und seine Gattin Hera erzürnt. Er hat das geflügelte Pferd geschickt. Es waren die Hufe des Pegasos, die einen Regen aus Steinen verursacht haben. Das Ross wird uns vernichten.«
Ein Raunen ging durch die Menge der Menschen, und etliche nickten.
Bellerophon hatte gar nicht bemerkt, dass sich ein großer Körper leise hinter seinen Rücken geschoben hatte. Plötzlich spürte er einen verbundenen Arm auf der Schulter. Es war der Schmied.
»Leute, dann hört eben mir zu!«, rief er aus, und man konnte die Anstrengung in seiner Stimme deutlich erkennen. »Dieser junge Mann hier hat recht. Ich vertraue ihm. Er wusste von den Kräutern, die mich heilen werden.« Er reckte die dick umwickelten Gliedmaßen in die Luft. »Seht her, schon kann ich mich wieder bewegen.«
Die Mutter mit dem Neugeborenen wischte sich fahrig eine verdreckte Haarsträhne aus ihrem Gesicht, dann erhob sie erneut das Wort. »Gut, Schmied, ich glaube dir. Aber kann er auch die Götter besänftigen?«
Aus der Menge heraus rief ein kleiner Junge: »Er ist ein Halbgott, er kann das bestimmt.«
Wieder erscholl Gemurmel. Die Leute waren verunsichert.
Bellerophon machte einen Schritt nach vorn und trat ins helle Sonnenlicht. Schon wieder das Gerücht! »Ich bin kein Halbgott. Aber ich kann euch versichern, dass die Götter nicht an diesem Unheil schuld sind.« Er zögerte einen Moment, dann entschied er sich, seinen Worten noch etwas hinzuzusetzen. »Unter den Hufen des Pegasos wird kein Stein sich lösen. Er wird nie einem Menschen Leid bringen.«
»Woher willst du das wissen?«, keifte die Mutter mit dem Kind auf dem Arm. »Du sagtest doch, du bist kein Halbgott.«
In diesem Moment trat Diana aus dem Schatten, stellte sich neben den Redner und rief: »Weil er Pegasos reitet, du dumme Ziege!«
Ihre Worte trafen die Menge wie ein Hagel aus Pfeilen. Einige Dorfbewohner sanken auf ihre Knie und starrten Bellerophon an. Die junge Mutter schlug sich die Hand vor den Mund. Sie glotzte Diana an, dann zog sie ihr verschlissenes, graues Tuch über den Säugling und eilte davon.
»Habt doch keine Angst vor mir«, erklärte sich der junge Mann. »Ich reite ihn, das stimmt. Aber er ist sanftmütig und würde niemand Schaden zufügen.«
Einige Leute nickten, und der Schmied rief seinen Mitmenschen aufmunternd zu: »Nun lasst uns einfach alle anpacken und Ithrakus wieder errichten. Die Angst lähmt uns nur.«
Das Tuscheln wandelte sich zu einer angeregten Diskussion, dann wurde das Nicken in der Menge stärker, und einige begannen sogar zu klatschen.
Ithrakus hatte soeben einen neuen Dorfvorsteher gewählt.
…
(Seite 45)
…
Diana spürte, dass ihre Zeit bald ablaufen würde. Ihr Gang wurde schwer. Selbst mit ihrer hölzernen Krücke, die ihr Achilleus geschnitzt hatte, konnte sie die kleine Hütte nur noch selten verlassen. An einem strahlenden Herbstmorgen schickte sie daher nach Adrastea. Flink wie ein Wiesel überbrachte Irameas Söhnchen die Botschaft. Er wusste, dass er dafür eine Belohnung in Form von getrockneten Früchten erhalten würde.
Kurze Zeit später erreichte die junge Frau Dianas Hütte. Als sie die Tür öffnete, schlug ihr bereits der abgestandene Geruch entgegen, der Krankheit und Tod ankündigte. Adrastea erschrak, zügelte jedoch ihre Angst. Sie wollte die alte Frau, die auf der Bank saß und ihre Arme auf den kleinen Tisch stützte, nicht beunruhigen. »Diana«, rief sie fröhlich. »Wie kann ich dir helfen? Brauchst du Brot und Wasser?«
Diana schüttelte ihr Haupt, und Fäden von feinem, weißem Haar umspielten ihr fahles Gesicht wie frisch gewebte Spinnennetze im Lufthauch. Sie hob eine ihrer fleckigen Hände und winkte Adrastea heran. »Setz dich zu mir, meine Liebe. Ich möchte dir noch etwas erzählen.«
Die Jüngere tat, wie ihr geheißen, und ließ sich an dem kleinen Tisch nieder, dessen zerkratzte Oberfläche von den vielen Jahren in Dianas Haus erzählte.
»Bellerophon wird dich bald verlassen.«
Wie eine Speerspitze trafen die Worte der Greisin auf ihr Gegenüber. Adrastea zuckte zusammen und hielt sich hastig die Hand vor den Mund, um einen Schrei zu unterdrücken.
»Er ist nicht dazu geschaffen, sesshaft in einem Dorf zu leben.« Sie schob ihre altersgezeichneten Hände über den Tisch und umschloss die der entsetzten jungen Frau. »Er hat sein Leben den fliegenden Rössern gewidmet. Nicht nur Pegasos braucht ihn, sondern all die anderen auch. Er wird sie bewahren vor der Machtgier der Menschen.«
»Aber …«
»Sei still, Adrastea, und höre mir jetzt genau zu. Du bist zur Hüterin des Geheimnisses geworden. Sprich niemals unüberlegt zu den Menschen über die fliegenden Pferde, hörst du? Überlege wohl, wem du dich anvertraust.« Diana kicherte, und ihr Lachen verwandelte sich in ein trockenes Hüsteln. Sie ließ Adrasteas Hände los und fasste sich kurz an die Brust. »Lass die Dummen in dem Glauben, Pegasos würde Blitz und Donner bringen. Dann halten sie sich fern von ihm und seiner Herde.« Wieder musste Diana husten. Sie nahm all ihre Kraft zusammen, um der jungen Frau Mut zu machen. »Selbst wenn der Blonde fortgeht, wird er dich nicht vergessen. Aber du musst ihn ziehen lassen. Einen Mann wie Bellerophon kannst du nicht an eine Hütte fesseln.«
Adrastea begann still zu weinen und senkte den Blick.
»Nun heb den Kopf und sieh mich an!«, befahl die Greisin. »Deine Aufgabe im Leben ist groß. Beschütze und behüte auch du die fliegenden Pferde mit aller Kraft. Und wenn deine Zeit gekommen ist, dann gib das Geheimnis weiter.«
…
(Seite 154 – 155)
…
»Geht nicht nach Granada, Ihr Männer. Vor Euch liegt Euer ganzes Leben. Isabella wird Euch alles abverlangen, und Ihr könnt nichts gewinnen.«
»Wie meint Ihr das?«
Nun näherte sich auch Hernando der Tischplatte. Der Bauer schien mehr zu wissen, als er bisher erzählt hatte.
»Wenn Euch im Regen schon die Pferde abhandenkommen, dann hütet Euch vor den Dingen, die Königin Isabella von Euch verlangen wird.« Miguels Stimme wurde ganz leise, und um seinen Mund zeigte sich ein bitterer Zug. »Sie ist auf der Suche nach Männern, die in der Lage sind, fliegende Pferde zu reiten und für sie Kriege in der Neuen Welt zu führen.«
»Fliegende Pferde?« Der Ausruf kam gleichzeitig aus den Mündern der Pizarro Geschwister.
Miguels Hände bewegten sich sanft auf und ab. »Geduld! Lasst mich weiter berichten. Mein Bruder und dessen Tochter leben im Süden Granadas. Sie wurden gezwungen, den geflügelten Hengst Boabdils zu beherbergen. Aber niemand hat dieses Pferd je fliegen sehen. Die beiden sind verzweifelt, sie wissen nicht, was sie tun sollen, denn es verhält sich nicht so wie unsere Bauernpferde.« Miguel erhob sich wieder, schlurfte zurück zur Kochstelle und nahm den Holzlöffel vom Nagel. Mit gerunzelter Stirn rührte er den duftenden Eintopf um. »Deswegen lebe ich hier, ich will nicht auch noch in die Fänge der Königin geraten.«
»Und dieses fliegende Pferd? Was weiß man darüber?« Hernandos Miene drückte Verwirrung aus.
»Bei Loja, der Grenzstadt von Boabdils Reich, hat man den Herrscher mit seinem Hengst einst gesehen. Das Tier trug Flügel, dreimal größer als die eines Geiers. Er ritt das Pferd mit leichter Hand, und die Truppen Isabellas flohen. Sie hatten Angst, der Maure stehe mit dem Teufel im Bunde. Man erzählte sich, der Zaum des Tieres sei aus feinen Goldfäden gewoben. Es trug kein Eisen in seinem Maul, und dennoch konnte Boabdil es lenken.«
Francisco und auch Hernando spürten die Gänsehaut, die sich über ihre Arme und Beine ausbreitete. Selbst in der Wärme der Stube überzog ihre Glieder ein kalter Schauder.
»Isabella hat sich in den Kopf gesetzt, diesen Hengst für die Zucht einzusetzen.« Miguel nahm den Kessel vom Feuer und trug ihn bedächtig zum Tisch. Heißer, wohlriechender Dampf stieg aus ihm empor und verteilte sich unter der niedrigen Decke der Stube. »Diesen Hengst werdet Ihr nicht bezwingen können, Ihr mutigen Männer. Er wird Euch in den Staub treten und Eure Schädel zerschmettern, bevor Ihr noch einen Fuß in den Steigbügel gesetzt habt. Und mit seinen Nachkommen wird es nicht besser werden.«
Der heiße Kessel landete auf dem Tisch, und reihum tauchten die Männer einen dicken Holzlöffel in den schmackhaften Eintopf aus Schaffleisch, Zwiebeln und Rüben.
»In Granada nannten sie das Pferd Velludo. Es soll sich um Mitternacht in den Gassen gezeigt haben mit Augen, die wie Kohlen glühten, und es brachte sieben Höllenhunde mit, die es auf seinen nächtlichen Streifzügen verfolgten.«
Die Brüder hörten atemlos zu und ließen sich das köstliche Mahl schmecken.
»Aber das sind die Märchen, die sich die einfältige Bevölkerung ausdenkt. Man erzählt sich auch, Boabdil lebe noch immer unter dem mächtigen Berg Cerro del Sol. Eines Tages, so munkelt man, würde er auf Velludo reitend zurückkommen mit einer riesigen Armee und seine Alhambra in Besitz nehmen.« Miguel wischte sich mit der bloßen Hand über den von Fett triefenden Mund. »Aber das wird nicht geschehen, denn das sogenannte Höllenpferd befindet sich nun in Isabellas Besitz.« Er lachte kurz und rau. »Und was ich von meinem Bruder so erfahren habe … Das Tier sieht nicht gerade aus, als käme es aus der Hölle.«
Francisco hatte genug gegessen und auch gehört. Er reichte den Löffel wieder weiter an Miguel. »Aber wieso wird uns das Pferd dann zerschmettern? Man sollte es mit harter Hand lenken, oder etwa nicht?«
Miguel schüttelte den Kopf, sein weißes Haar schwirrte ihm ums Gesicht. »Habt Ihr mir nicht zugehört, junger Reisender? Mit harter Hand lassen sich keine fliegenden Pferde zähmen. Und wie man sie zähmen kann, dieses Geheimnis haben die Mauren mit übers Meer genommen.«
…
(Seite 245 – 247)
…
Carmen erwachte auf ihrem harten Lager. Sie spürte ihre Glieder nicht mehr, doch darauf konnte sie jetzt keine Rücksicht nehmen.
Der graue Hengst stand in der Höhle wie eine aus Stein gemeißelte Statue. Bewegungslos starrte er auf den schmalen Höhleneingang, durch den schon das Morgenlicht sickerte.
Sofort erfasste das Mädchen die Lage. »Jugador, nicht … bitte nicht …« Carmen sprang auf die Beine, und ein unsäglicher Schmerz breitete sich in ihrer linken Wade aus. Tausend Nadelstiche fuhren ihr durch den krampfenden Muskel, doch sie konnte das Unvermeidliche nicht mehr verhindern, denn das Pferd hob den Kopf, blähte die Nasenlöcher und wieherte.
Carmen hielt sich die Ohren zu. Verstärkt durch die felsigen Wände der Höhle klang Jugadors Ruf wie der Schall einer Kriegstrompete. Dann fing er an, wie ein Stier auf dem harten Boden zu scharren.
In diesem Moment drang das unverwechselbare Geräusch von vielen Pferdehufen herein, und Carmen war, als würde ihr Herz einen Schlag lang aussetzen. Panische Angst überflutete ihren Verstand. Der Schmerz in der Wade war vergessen.
»Wir müssen hier weg«, schrie sie in höchster Verzweiflung, hob den Hanfstrick vom Boden auf und befestigte ihn an Jugador del Vientos verziertem Halfter. Dann schwang sie sich auf seinen Rücken.
Der Hengst hatte die Flügel fest an den Körper gepresst, sodass das Mädchen ihre Beine darüberlegen musste. Jugador fuhr herum und schnappte mit den Zähnen nach Carmen. Hastig schickte sie sich an, ihre Knie unter die seltsam feinen Flughäute zu stecken, nahm den improvisierten Zügel auf und duckte sich tief über seinen Hals, um durch den schmalen Durchgang zu passen.
Die Geräusche des Reitertrupps waren näher gekommen, außerdem wieherten die beiden Stuten immer und immer wieder.
Für das Mädchen gab es keine Zeit mehr zu überlegen, sie musste handeln. Vorsichtig bewegte sie die Beine unter Jugadors Flügel. »Flieg, mein Guter, jetzt oder nie!«
Der Grauschimmel zitterte am ganzen Leib. Seine großen Augen starrten hangabwärts. In diesem Moment stürmten die wiehernden Stuten heran. Als sie Jugador erblickten, bremsten sie abrupt und sprangen übermütig in die Luft. Ihre Schweife waren hoch aufgerichtet. Dann drehten sie um und galoppierten den steilen Hang wieder hinab, genau auf die Reitergruppe zu.
Carmen schrie auf, denn Jugador trabte los und folgte ihnen. »Spreiz deine Flügel, du musst fliegen, FLIEGEN!«
Sie spürte ein Zucken in seiner Schulter. Die starken Oberarmknochen stemmten sich dem Wind entgegen, die Flughäute spannten sich auf. Gras und Steine sausten unter den Hufen nur so dahin. Der Hengst fing an, die Schwingen zu bewegen, aber er hatte keine Erfahrung damit. Seine fliegenden Vorfahren hatten das Anstellen der Flughäute und eine hohe Geschwindigkeit für das Abheben vom Untergrund genutzt. Mit den riesigen Flügeln hatten sie erst geschlagen, wenn die Hufe bereits in der Luft waren. Durch den Flügelschlag verloren Jugadors Vorderhufe zwar kurz den Bodenkontakt, die Hinterbeine schleiften aber noch über den felsigen Boden und bremsten ihn ab. Wie in Zeitlupe schoss der Pferdekörper ein Stück durch die Luft, drehte sich auf die Seite und prallte auf den Untergrund.
Carmen wurde von seinem Rücken geschleudert, überschlug sich mehrmals und blieb reglos in einem der dornigen Büsche liegen.
Almagro hatte alle Hände voll zu tun, um Isabellas Reitertrupp vor einer Flucht zu bewahren. Direkt vor den Augen der Soldaten hatte sich ein Pferd von beeindruckender Größe für einen Moment in die Lüfte begeben. Nun lag es in der Wiese mit abgespreizten Flügeln so ausladend, wie sie ein Mensch noch nie zu vor bei einem Tier gesehen hatte. Einige holten den Rosenkranz hervor und beteten leise. Selbst Francisco und Hernando starrten mit großen Augen auf das eigenartige Tier, welches langsam den Kopf hob. Isabellas Zeichnung war das eine, aber ein ausgewachsenes Pferd zu sehen, aus dessen Schultern Flügel ragten, das überstieg jegliche Vorstellungskraft der Brüder.
Jugador del Viento versuchte aufzustehen. Seine noch immer gespreizten Schwingen hinderten ihn am Aufstehen. Aber als sich die übermütigen Stuten näherten, stützte er sich energisch mit den Vorderbeinen ab, dann erhob er den Körper und schüttelte sich. Die Flughäute zog er sofort zurück und presste sie fest an sein Fell.
…
© Eve Grass und Verlag der Schatten
»Das Pegasosgen – Marias Geheimnis«
von Eve Grass
ISBN (Taschenbuch): 978-3-946381-32-7
536 Seiten, Preis: 16,95 €
ISBN (epub): 978-3-946381-34-1
Preis: 5,99 €
Urban Fantasy über ein gut gehütetes Geheimnis um ein mythisches Wesen.
Sind die Geschichten über fliegende Pferde nur Legenden, oder gibt es sie wirklich?
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Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
Ruhefeld 16/1, D-74594 Kreßberg-Mariäkappel
E-Mail: info@verlag-der-schatten.de
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Shadodex - Verlag der Schatten, Bettina Ickelsheimer-Förster
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